Online-Karte mit Defibrillator-Standorten soll Leben retten


Roman Spirig
Regional / 23.03.21 11:13

In der Einsatzzentrale von Schutz und Rettung Zürich (SRZ) wird unter anderem eine Karte mit den Standorten von Defibrillator-Geräten genutzt. Noch sind viele vorhandene Geräte dort aber nicht eingetragen.

Online-Karte mit Defibrillator-Standorten soll Leben retten (Foto: KEYSTONE / NICOLA PITARO)
Online-Karte mit Defibrillator-Standorten soll Leben retten (Foto: KEYSTONE / NICOLA PITARO)

Erleidet eine Person einen Herzstillstand, kommt es auf jede Minute an. Als Faustregel gilt, dass mit jeder Minute Nichtstun die Überlebenschance der betroffenen Person um 10 Prozent sinkt, sagte SRZ-Chefarzt Stefan Müller an einem Medienanlass am Dienstag.

Die Mitarbeitenden von SRZ, die in der am Flughafen Zürich gelegenen Einsatzleitzentrale die Anrufe entgegennehmen, leiten deshalb in solchen Fällen die Anruferin oder den Anrufer dazu an, eine Herzmassage durchzuführen.

Ins System der Einsatzleitzentrale integriert ist seit einiger Zeit auch das Projekt defikarte.ch. Dort wird auf einer Karte dargestellt, wo Defibrillatoren zu finden sind, und wie diese zugänglich sind. Wenn möglich soll deshalb ein weiterer Helfer losgeschickt werden, einen solchen zu holen.

Das Problem dabei: von den schätzungsweise rund 15000 Defibrillatoren in der Schweiz sind derzeit nur knapp 4600 auf defikarte.ch eingetragen. Noch nicht eingetragene Geräte können auf der Website gemeldet werden.

Was nützen uns tausende Defibrillatoren, von denen niemand weiss wo sie sind, sagt Christian Nüssli, SRZ-Mitarbeiter und Erfinder von defikarte.ch. Nüssli ruft deshalb Firmen, Gemeinden und Privatpersonen auf, ihnen bekannte Standorte der Geräte einzutragen.

Laut Müller kann der Einsatz von Defibrillatoren bei rund einem Drittel der Herzstillstand-Fälle sinnvoll sein, nämlich dann, wenn ein Herzkammerflimmern vorliegt. Ob das der Fall ist oder nicht, erkennt das Gerät selber, sobald die Elektroden angebracht sind.

Auch Laien können mit den Geräten grundsätzlich nichts falsch machen, sagte Müller. Bei von Laien beobachteten Herzstillständen kämen derzeit nur in 6,5 Prozent aller Fälle Defibrillatoren zum Einsatz. Lasse sich dieser Wert steigern, könnten mehr Leben gerettet werden.

(sda)


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