Ozonwerte im Jahr 2021 an allen Messtationen überschritten


Roman Spirig
Schweiz / 22.09.22 13:05

Im vergangenen Jahr sind an allen Messstationen für Luftqualität der Schweiz die Grenzwerte für Ozon überschritten worden, zum Teil sogar erheblich. Auf der Alpensüdseite wurden teilweise auch diejenigen Werte für lungengängigen Feinstaub überstiegen.

Ozonwerte im Jahr 2021 an allen Messtationen überschritten (Foto: KEYSTONE / STR)
Ozonwerte im Jahr 2021 an allen Messtationen überschritten (Foto: KEYSTONE / STR)

Die höchsten Ozonbelastungen seien im Tessin, an den Stationen Lugano und Magadino gemessen worden, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Donnerstag in seinem Bericht Luftqualität 2021 mit. Im Südkanton wurde auch der höchste Stundenmittelwert von 191 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) registriert, während auf der Alpennordseite der Spitzenwert bei 174 μg/m 3 lag, so das Bafu.

Die Grenzwerte für weitere Luftschadstoffe an den 16 Messstationen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel) seien fast überall eingehalten oder sogar deutlich unterschritten worden. Dazu gehören die Immissionsgrenzwerte für die Jahresmittel von Schwefeldioxid, Staubniederschlag, Schwermetallen im Feinstaub und Schwermetalldeposition sowie auch für das Tagesmittel von Kohlenmonoxid.

Beim Stickstoffdioxid sei nur an verkehrsnahen Standorten der Jahresmittelgrenzwert überschritten worden und es sei nur eine Überschreitung des Tagesmittelgrenzwertes aufgetreten. Abseits der Hauptverkehrsstrassen lagen die Konzentrationen laut Bericht in der Regel unter dem Grenzwert.

Beim lungengängigen Feinstaub PM10 hingegen wurde der Tagesmittelgrenzwert an acht Messstationen mehr als die erlaubten dreimal überschritten, wobei häufige Saharastaub-Ereignisse dazu beitrugen, wie das Bafu weiter schrieb. Der Jahresmittelwert für PM10 sei an den meisten Standorten eingehalten worden, während er für PM2.5 an vielen Standorten überschritten worden sei. PM10 bezeichnet Partikel, die kleiner als 10 Mikrometer sind, PM2.5 Partikel die weniger als 2,5 Mikrometer messen.

Die Messungen der Luftschadstoffe können durch kurzfristige lokale Emissionen wie zum Beispiel Feuerwerke stark beeinflusst werden, aber auch durch spezielle meteorologische Situationen, wie eben Saharastaub.

Der Bericht dokumentiert anhand von Nabel-Messresultaten und kantonaler Messungen den Zustand der Luft in der Schweiz. Die Entwicklung der Schadstoffkonzentrationen in den letzten 30 Jahren zeige zwar eine deutliche Verbesserung der Luftqualität, denn die Mehrzahl der Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt würden heute eingehalten.

Trotzdem sei das gesetzlich verankerte Ziel einer sauberen Luft noch nicht erreicht. Weitere Massnahmen zur Verminderung des Schadstoffausstosses sei unabdingbar, hiess es.

(sda)


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