Pandemie und Unwetter machen Zentralbahn zu schaffen


News Redaktion
Wirtschaft / 22.10.21 11:51

Die Zentralbahn (ZB) hat 2021 im Vergleich zum Jahr vor der Coronapandemie weniger Passagiere befördert. Neben der Pandemie sorgten auch Unwetter und Lawinen für Ausfälle. Zuversichtlich ist das Unternehmen beim Freizeitverkehr und auch der Bau der Doppelspur im Bahnhof Luzern kommt gut voran.

Die Zentralbahn erhält im Bahnhof Luzern mit dem Doppelspurausbau mehr Platz. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Die Zentralbahn erhält im Bahnhof Luzern mit dem Doppelspurausbau mehr Platz. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Die Erträge der ZB im Personenverkehr lagen zwischen Januar und September zwei Prozent unter jenen des Vorjahres und gar 47 Prozent tiefer als im Vergleichszeitraum 2019. Es sei traurig zu sehen, wie wenig Leute in den Zügen unterwegs seien, sagte ZB-Geschäftsführer Michael Schürch am Freitag vor den Medien.

Während die Personenkilometer wieder um 1 Prozent zunahmen, lagen sie immer noch 46 Prozent unter jenen von 2019. Noch längere Zeit wegfallen dürften die für das Unternehmen wichtigen internationalen Gruppenreisen. So fährt der Touristenzug nach Interlaken seit Mai 2020 nicht mehr und werde wohl auch nächstes Jahr nicht fahren.

Schürch gab zu bedenken, dass Gäste aus China, die 2019 90 Prozent der Gruppenreisen ausmachten, vorerst keinen Zugang zum Schengenraum erhielten, wegen fehlender Anerkennung des in China verbreiteten Impfstoffs. Man erwarte dagegen aus dem Westen einige wenige internationale Gäste.

Auch beim Pendlerverkehr rechnet die Bahn fürs kommende Jahr wegen der hybriden Arbeitsmodelle bloss noch mit 80 Prozent der Passagiere. Dagegen erhoffe man sich im Freizeitverkehr eine Rückkehr auf den Stand von 2019.

Einen Einfluss auf den Sommertourismus hatten neben der Pandemie auch Unwetter. Diese richteten neben Ausfällen auch 1,5 Millionen Franken Schäden an der Bahninfrastruktur an, etwa durch Schlamm auf dem Trassee im Engelbergertal. Dazu sei der Winter sehr lawinenreich gewesen, was ebenfalls zu Unterbrüchen auf dem Netz führte.

Gute Dienste erweise dagegen das 2019 eingeführte integrierte Messsystem zur Gleisdiagnose. Auch gut unterwegs ist der Bau einer Doppelspur für die ZB im Bahnhof Luzern. Nach dem Baustart 2020 soll diese ab dem 12. Dezember 2021 in Betrieb gehen. Derzeit und noch bis Mitte November gibt es im Bahnhof eine Totalsperre wegen des Baus.

Für rund 70 Millionen Franken wird der östliche Teil des Bahnhofs komplett umgebaut, damit ab der Langensandbrücke die neue 300 Meter lange Doppelspur realisiert werden kann. Dazu wurden Abstellgleise abgebaut, Perrons angepasst, vier Kilometer Geleise zurückgebaut und zwei Kilometer neu- oder umgebaut. Auch 34 neue Weichen werden installiert, bis zu 50 Personen arbeiten gleichzeitig vor Ort.

Wegen des weichen Untergrunds werden etwa Kunstholzschwellen und statt Schotter geschäumtes Glas im Untergrund verbaut. Davon verspricht man sich weniger Unterhalt. Die Doppelspur ermöglicht zusätzliche Kapazitäten. So bietet die ZB mit der Einführung der S41 bis zu sechs Verbindungen pro Stunde zwischen Luzern und Horw.

(sda)


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