Luzerner Kapellbrücke nach Hochwasser wieder offen


News Redaktion
Regional / 20.07.21 08:01

Der Pegel des Vierwaldstättersees ist bis am Dienstagmorgen so weit gesunken, dass in Luzern die Kapellbrücke wieder geöffnet werden konnte. Weil nächste Woche Gewitter möglich sind, wird ein Teil der Hochwasserschutzmassnahmen noch nicht abgebaut.

Bis am Dienstagmorgen war die Kapellbrücke in Luzern wegen des Hochwassers nicht zugänglich. (FOTO: Reto Legena/Keystone-SDA)
Bis am Dienstagmorgen war die Kapellbrücke in Luzern wegen des Hochwassers nicht zugänglich. (FOTO: Reto Legena/Keystone-SDA)

Der Seepegel hatte sich bis am späteren Dienstagnachmittag auf 434,64 Meter über Meer gesenkt. Er lag damit 30 Zentimeter tiefer als in der Nacht auf Samstag, als das Hochwasser sein Maximum erreicht hatte.

Auch wenn sich die Situation damit entspannt hat, gilt für den Vierwaldstättersee noch immer die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Da nächste Woche wieder Gewitter möglich seien würden die mit Sandsäcken aufgebauten Schutzbauten entlang der Reuss vorerst nicht entfernt, teilte die Stadt am Dienstag mit. Ein Wiederaufbau wäre sehr aufwändig.

Trotzdem kehrt in der Stadt sichtbar die Normalität zurück. Es fliesst nun kein Wasser mehr aus der Reuss auf den Rathausquai, so dass die Kapellbrücke am Dienstag wieder geöffnet werden konnte. Die anderen Fussgängerbrücken waren bereits am Montag freigegeben worden.

Auch am linken Ufer des Flusses hat sich die Lage gebessert. Auf einem Teil der Bahnhofstrasse konnten die orangen Schlauchdämme am Dienstagmorgen entfernt werden. Weiter unten drückt noch immer Wasser aus der Reuss durch Leitungen auf die Strasse, dort wurden die Dämme deswegen noch liegen gelassen.

Auf der Haldenstrasse in Luzern steht nach Angaben der Stadt teilweise noch immer bis zu 25 Zentimeter Wasser. Die Strasse, welche die Innenstadt mit dem Verkehrshaus und dem Lido verbindet, kann zwar neu wieder stadteinwärts befahren werden, stadtauswärts bleibt sie aber noch geschlossen.

Vorderhand verkehren noch keine Kursschiffe auf dem Vierwaldstättersee. Die Schifffahrtsgesellschaft SGV kündigte am Dienstag an, den am letzten Mittwoch eingestellten Betrieb voraussichtlich am Freitag wieder aufzunehmen. Das Unternehmen erklärte in seiner Mitteilung, es sei ein herber Schlag gewesen, während der Hochsaison den Betrieb einstellen zu müssen.

Eine Entspannung zeigte sich im Kanton Obwalden. Nachdem der Pegel des Sarnersees bis am Freitag um 1,3 Meter angestiegen war, fiel er wieder um über 50 Zentimeter und erreichte am späteren Dienstagnachmittag 470, 50 Meter. Dies ist am Sarnersee die für Schäden kritische Höhe, wie der Kanton Obwalden mitteilte.

Der Kanton stuft das Sarnerseehochwasser als mittelgrosses Ereignis ein. Dass es nicht schlimmer ausgefallen sei, liege auch daran, dass der Lungerersee höher gestaut worden sei. Diese Massnahme habe den Pegel des Sarnersees rund 10 Zentimeter tiefer gehalten.

Die Höhe des Sachschadens, den das Hochwasser in Obwalden angerichtet hat, kann nach Angaben des Kantons noch nicht beziffert werden. Schäden gab es vor allem im Quartier Ried in Sachseln sowie an Gebäuden am Sarnersee, an der Sarner Aa und am Vierwaldstättersee. Zudem ist die Zugstrecke der Zentralbahn zwischen Giswil OW und Hergiswil NW unterbrochen.

(sda)


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