Pelé feiert seinen 80. Geburtstag


News Redaktion
Sport / 23.10.20 09:21

Er gilt als der grösste Fussballer aller Zeiten: Edson Arantes do Nascimento, kurz Pelé, feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag.

Pelé gilt als grösster Fussballer aller Zeiten (FOTO: KEYSTONE/EPA/IAN LANGSDON)
Pelé gilt als grösster Fussballer aller Zeiten (FOTO: KEYSTONE/EPA/IAN LANGSDON)

Die legendäre Nummer 10 gewann mit Brasilien drei WM-Titel und gilt zusammen mit dem Argentinier Diego Armando Maradona als bester Fussballer aller Zeiten. O Rei, den König, nennen sie ihn in seiner Heimat. In den vergangenen Jahren hatte Pelé aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Edson Arantes do Nascimento kam am 23. Oktober 1940 in der Stadt Três Corações in Minas Gerais in armen Verhältnissen zur Welt. Mit 15 Jahren bestritt er sein erstes Spiel für den FC Santos im Bundesstaat São Paulo. Nur ein Jahr später wurde er in die brasilianische Nationalmannschaft berufen - und traf bei seinem Debüt gegen Argentinien.

Seinen ersten grossen Auftritt hatte er an der WM 1958 in Schweden. Weil Pelé nicht einmal volljährig war, war sein Einsatz in seiner Heimat höchst umstritten. Kritiker befürchteten, der schlaksige Youngster werde den Anforderungen des Turniers nicht gewachsen sein.

Nationaltrainer Vicente Feola stellte Pelé dennoch auf - und nach dessen Leistung beim 2:0 über die Sowjetunion war er aus der Seleçao nicht mehr wegzudenken. Im Viertel-, im Halbfinal und im Final schoss der 17-Jährige insgesamt sechs Tore: den Siegtreffer beim 1:0 gegen Wales, einen Hattrick beim 5:2 gegen Frankreich und das 3:1 und 5:2 im Final gegen Schweden (5:2).

1962 verteidigte Brasilien seinen Titel, obwohl Pelé sich im zweiten Spiel verletzt hatte und nicht mehr eingesetzt werden konnte. Auch das Turnier 1966 in England blieb ihm in schmerzhafter Erinnerung. Im dritten Spiel der Vorrunde gegen Portugal (1:3) wurde Pelé, der bereits angeschlagen in die Partie gegangen war, kaputt getreten, so dass er danach schwor, nie mehr bei einer Weltmeisterschaft anzutreten. Ich möchte mein Leben nicht als Invalider beenden.

Dennoch gehörte Pelé auch vier Jahre später zu Brasiliens Aufgebot und führte die Seleçao zum dritten WM-Titel. Sein virtuoses Auftreten bei der WM 1970 in Mexiko wurde zum Inbegriff des Jogo Bonito, des schönen Spiels. Italien blieb im Final chancenlos und verlor 1:4, wobei Pelé das 1:0 erzielte. Pelé war der vollständigste Spieler, den ich je gesehen habe, sagte der damalige englische Nationalspieler Bobby Moore im Rückblick. Er hatte alles.

Pelé spielte noch bis 1974 für den FC Santos und trug danach bis 1977 mit seiner Verpflichtung bei New York Cosmos zu einem kurzzeitigen Fussball-Boom in den USA bei. Am Ende seiner Karriere kam der von der FIFA zusammen mit Maradona als Jahrhundert-Fussballer ausgezeichnete Pelé auf 1281 Tore in 1365 Spielen.

Auch danach suchte Pelé weiter das Rampenlicht. 1981 spielte er mit Stars wie Michael Caine in dem Sportfilm Flucht oder Sieg mit, ausserdem nahm er ein paar Schlagersongs auf. Von 1995 bis 1998 war er Brasiliens ausserordentlicher Sportminister, was ihm den Vorwurf einbrachte, den Mächtigen des Landes näher zu stehen als dem einfachen Volk.

Mit zahlreichen Werbekampagnen verdiente der siebenfache Vater, der dreimal heiratete, weiterhin das grosse Geld. Dabei engagierte sich Pelé auch sozial, etwa als Sonderbotschafter der UNESCO. Noch im April beteiligte er sich an einer FIFA-Dankeskampagne für Pflegepersonal in der Coronavirus-Krise.

In letzter Zeit sorgte er aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen für Schlagzeilen. 2014 lag er nach einer Harnwegsinfektion auf der Intensivstation, im April 2019 wurde er wegen Nierenproblemen behandelt. Nach Operationen an Wirbelsäule und Hüfte fällt Pelé das Gehen schwer.

Drei Tage vor seinem 80. Geburtstag sagte Pelé, er sei froh, dass er immer noch klar im Kopf sei. Für seinen Tod hat er noch einen Wunsch: Er hoffe, dass Gott mich auf die gleiche Weise willkommen heisst, wie ich überall in der Welt wegen unseres geliebten Fussballs willkommen geheissen wurde.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zürich: Falscher Polizist knöpft 69-Jähriger 100'000 Franken ab
Regional

Zürich: Falscher Polizist knöpft 69-Jähriger 100'000 Franken ab

Ein Betrüger hat in Zürich mit der "Falscher Polizist"-Masche einer 69-jährigen Frau Schmuck und Bargeld im Wert von etwa 100'000 Franken abgeknöpft. Er brachte die Frau Ende November soweit, ihren Besitz einer unbekannten Person zu überreichen.

Parlament heisst erweiterte Corona-Hilfen gut
Schweiz

Parlament heisst erweiterte Corona-Hilfen gut

Für Unternehmen in Härtefall-Situationen und für Sportvereine wird es im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie mehr finanzielle Unterstützung geben. Die Eidgenössischen Räte sind sich aber in einigen Punkten noch nicht einig.

Italienische Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 15,9 Prozent
Wirtschaft

Italienische Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 15,9 Prozent

Die italienische Wirtschaft hat sich in den Sommermonaten von der Corona-bedingten Rekord-Rezession erholt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September um 15,9 Prozent zum Vorquartal.

Berg-Karabach: Aserbaidschan übernimmt Kontrolle über weitere Region
International

Berg-Karabach: Aserbaidschan übernimmt Kontrolle über weitere Region

Aserbaidschan hat in der Konfliktregion Berg-Karabach von Armenien die Kontrolle über ein weiteres Gebiet übernommen. Die Rückkehr der Region Latschin sei ein historisches Ereignis, sagte Präsident Ilham Aliyev am Dienstag in einer Ansprache in der Hauptstadt Baku.