Pentagon: USA entwickeln nach Ende des INF-Vertrages neue Raketen


Roman Spirig
International / 02.08.19 20:24

Nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrages haben die USA die Entwicklung neuer Raketen angekündigt. "Jetzt wo wir uns zurückgezogen haben, wird das Verteidigungsministerium vollauf die Entwicklung" neuer Raketensysteme verfolgen.

Pentagon: USA entwickeln nach Ende des INF-Vertrages neue Raketen (Foto: KEYSTONE / AP / ALEX BRANDON)
Pentagon: USA entwickeln nach Ende des INF-Vertrages neue Raketen (Foto: KEYSTONE / AP / ALEX BRANDON)

Die USA weisen Russland die "ausschliessliche" Verantwortung für das Ende der Abrüstungsvereinbarung zu. Washington wirft Moskau vor, mit dem neuen russischen Marschflugkörper 9M729 gegen das INF-Abkommen verstossen zu haben. Diesen Vorwurf erhebt auch die Nato.

Russland habe sich der Forderung verweigert, das 9M729-System zu vernichten und damit zur vollständigen Einhaltung des INF-Vertrags zurückzukehren, sagte US-Aussenminister Mike Pompeo am Freitag. Das russische Aussenministerium gab seinerseits Washington die Alleinschuld am Aus des INF-Vertrags.

Dieser habe "auf Veranlassung" der USA seine Gültigkeit verloren. Die US-Regierung habe einen "schwerwiegenden Fehler" gemacht und sei aus Eigennutz aus der Abrüstungsvereinbarung ausgestiegen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen bereits im Februar gekündigt, erst nach einer sechsmonatigen Auslaufphase wurde der Ausstieg nun aber formal wirksam. Als Reaktion auf die US-Schritte hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin seinerseits die Umsetzung des Vertrags im Juli ausgesetzt.

Die USA begründeten den Vertragsausstieg auch damit, dass das Abkommen nicht daran beteiligten Staaten wie China freie Hand bei der Entwicklung und Stationierung von Raketen gelassen habe.

Der einst von US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow unterzeichnete INF-Vertrag war ein Meilenstein der Abrüstungsbemühungen in der Schlussphase des Kalten Kriegs. Besonders für Europa stellte das Abkommen eine wichtige Sicherheitsgarantie dar. Der Vertrag verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Apple und EU-Kommission streiten vor Gericht um 13 Milliarden Euro
Wirtschaft

Apple und EU-Kommission streiten vor Gericht um 13 Milliarden Euro

Im Streit zwischen Apple und der EU-Kommission um die 13 Milliarden Euro schwere Steuernachzahlung in Irland wird es ernst. Die beiden Seiten treffen am Dienstag und Mittwoch mit ihren Argumenten vor dem EU-Gericht aufeinander.

Feuer zerstört Auto in Root und beschädigt Strasseninfrastruktur
Regional

Feuer zerstört Auto in Root und beschädigt Strasseninfrastruktur

Ein Auto ist am Dienstagabend auf der Autobahn A14 in Root in Brand geraten und vollständig zerstört worden. Der Lenker konnte rechtzeitig aussteigen, verletzt wurde niemand. Neben dem Auto wurden auch Leitplanken und Strassenbelag beschädigt.

Kantonsrat stockt Sonderkredit für erneuerbare Energien auf
Regional

Kantonsrat stockt Sonderkredit für erneuerbare Energien auf

Der St. Galler Kantonsrat hat am Dienstag einen Nachtragskredit von 9,4 Millionen Franken für die Förderung erneuerbarer Energien bewilligt. Wegen der stark gestiegenen Nachfrage ist die Jahrestranche 2020 bereits praktisch ausgeschöpft. Die Zahl der Gesuche in den ersten Monaten von 2019 überstieg die verfügbaren Mittel.

Nachfolgelösung für
Regional

Nachfolgelösung für "Schlupfhuus" in Sicht

Der St.Gallische Hilfsverein für gehör- und sprachgeschädigte Kinder und Erwachsene soll eine neue Notunterkunft für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen mit vier bis sechs Plätzen aufbauen. Drei Trägerschaften hatten dafür Konzepte eingereicht.