Personalisierte Tickets entzweien Luzerner Kantonsrat


News Redaktion
Regional / 29.11.22 16:58

Der Luzerner Kantonsrat hat kein Patentrezept gegen Gewaltausbrüche im Umfeld von Matches des FC Luzern. Eine Mehrheit sieht aber in personalisierten Tickets eine mögliche Lösung. Er hat am Dienstag ein Postulat mit 65 zu 44 Stimmen überwiesen.

Fans des FC Sion haben im Sommer in Luzern Pyros gezündet. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER)
Fans des FC Sion haben im Sommer in Luzern Pyros gezündet. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER)

Daniel Rüttimann (Mitte) forderte mit seinem Vorstoss den Regierungsrat auf, sich aktiv für Lösungen einzubringen, denn die Sachbeschädigungen und Gewalt gewisser Fangruppen seien ein unverständliches Ärgernis für die Bevölkerung.

In der Debatte wurde dabei vor allem von den personalisierten Eintrittskarten gesprochen. Um diese zu verhindern, sprachen sich linke und bürgerliche Votanten gegen das Postulat aus. Personalisierte Tickets nützten nichts bei Gewaltereignissen ausserhalb des Stadions, hiess es etwa.

David Roth (SP) bezeichnete personalisierte Tickets als Angriff auf die Fankultur und als Teil des Problems. Jonas Heeb (Grüne) sagte, Gewalt sei ein Problem der Gesellschaft, nicht des Fussballs. Melanie Setz (SP) forderte deswegen deeskalierende Massnahmen und Dialogkultur.

Andreas Bärtschi (FDP) bezeichnete die personalisierten Eintrittskarten als Scheinlösung, die einen grossen Aufwand nach sich ziehe. Inge Lichtsteiner (Mitte) sagte dagegen, Corona habe gezeigt, dass personalisierte Tickets funktionieren können.

Simon Howald (GLP) unterstützte grundsätzlich personalisierte Tickets. Für ihn war aber auch klar, dass dies nur eine von mehreren Massnahmen sein könne.

Zur Zeit laufen schweizweite Abklärungen der Sicherheitsdirektoren von Kantonen und Städten und der Swiss Super League für ein Projekt zur Einführung personalisierter Eintrittskarten.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Servette lässt Abwehr-Talent ziehen
Sport

Servette lässt Abwehr-Talent ziehen

Servette lässt eines seiner vielversprechendsten Talente ziehen. Der Tabellendritte der Super League gibt den Abgang des 18-jährigen Innenverteidigers Diogo Monteiro zu Leeds United bekannt.

Studie für regulierte Cannabis-Abgabe in Basler Apotheken gestartet
Schweiz

Studie für regulierte Cannabis-Abgabe in Basler Apotheken gestartet

In Basel hat am Montagmorgen die regulierte Cannabis-Abgabe in Apotheken begonnen. 374 Personen von 18 bis 76 Jahren nehmen an der Studie mit dem Namen "Weed Care" teil, wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt (GD) mitteilte.

Mehr Anrufe wegen Pilzvergiftungen bei Notruftelefon 145
Schweiz

Mehr Anrufe wegen Pilzvergiftungen bei Notruftelefon 145

Die Anzahl der Pilzvergiftungen hat im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent zugenommen. Etwas abgenommen hat die Anzahl Beratungen beim Vergiftungsnotruf 145 wegen Suizidversuchen, wie Tox Info Suisse mitteilte.

Ex-Novartis-Chef Vasella wollte 2013 in Zug keine Steuern bezahlen
Regional

Ex-Novartis-Chef Vasella wollte 2013 in Zug keine Steuern bezahlen

Ex-Novartis-Chef Daniel Vasella hat 2013 im Kanton Zug einen "äusserst hohen" Steuerbetrag nicht bezahlen wollen - weil er angeblich seinen Wohnsitz von Risch ZG nach Monaco verlegt hatte. Doch der Multimillionär unterlag vor dem Zuger Verwaltungsgericht.