Petra Gössi wünscht sich eine kämpferische FDP


Roman Spirig
Schweiz / 11.01.20 11:21

FDP-Präsidentin Petra Gössi will, dass die Freisinnigen kämpferischer und emotionaler werden. Sie forderte eine stärkere Mobilisierung und vermehrte Mitgliederbefragungen und Referenden, um die Diskussionen zu fördern.

Petra Gössi wünscht sich eine kämpferische FDP (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Petra Gössi wünscht sich eine kämpferische FDP (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Die FDP Schweiz hat am Samstag in Schindellegi ihre erste Delegiertenversammlung der neuen Legislatur durchgeführt. Rund 330 Delegierte nahmen teil. Die FDP habe in den eidgenössischen Wahlen im Herbst verloren, sagte Gössi. Mit der Stärkung der Umwelt- und Klimapolitik habe die Partei aber Schlimmeres verhindern können. Der FDP sei es indes nicht gelungen, im Wahlkampf eigene Themen zu setzen.

Eine der Lehren, die Gössi aus den Wahlen zieht, lautet, dass die Partei stärker auf Mobilisierung getrimmt werden müsse. Parteimitglieder und Sympathisanten müssten motiviert werden, sich als Kämpfer für liberale Werte zu verstehen. Die Parteimitglieder müssten zu den Menschen auf die Strasse gehen, forderte Gössi.

Parteimitglieder sollen gemäss Gössi mehr Möglichkeiten erhalten, sich einzubringen. Mitgliederbefragungen und Referenden seien in den letzten Jahrzehnten die Ausnahme gewesen, sagte sie. Sie persönlich denke, sie sollten die Regel werden.

Die FDP soll die Wählerschaft auch emotionaler ansprechen. Sie müsse unmissverständlich klar machen, dass es nichts Wertvolleres gebe als die Freiheit, als selbstbestimmte Bürger sowie ein liberales Wirtschaftsverständnis, das auf Leistung baue, aber nicht wegschaue, wenn jemand auf Unterstützung angewiesen sei. 2020 solle das Jahr des kämpferischen Liberalismus werden, sagte Gössi.

Inhaltlich will Gössi die Themen Wirtschaftsstandort Schweiz, Sozialversicherungen und Gesundheitswesen sowie Klima- und Umweltpolitik setzen. Der Wohlstand, den die Schweiz geniesse, sei kein Geschenk des Himmels, sagte sie. Die Zeichen stünden auf Sturm.

Gössi beklagte eine Fragmentierung und Polarisierung der Parteienlandschaft. Die "Sozialisten" setzten auf gescheiterte Wirtschaftsmodelle, die Grünen auf Intervention statt Innovationen, die Konservativen pflegten ein Bild einer Heimat, die es so nie gegeben habe. Die Mitte erweise sich als Windfahne.

Kommunikativ soll sich die FDP neu ausrichten. Die Partei müsse ihre eigenen Kommunikationskanäle ausbauen, weil die klassischen Medien Zuschauer und Zuhörer verlören, sagte Gössi.

(sda)


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