Pflegefachfrau auf jahrelanger Diebestour


News Redaktion
Schweiz / 20.07.21 10:52

Die Liste der Delikte ist lang, die Anklageschrift umfasst 60 Seiten: Eine 32-Jährige soll als Pflegefachfrau zahlreiche Patienten bestohlen haben - und ihre Jobs nur dank gefälschter Zeugnisse erhalten haben. Das Bezirksgericht Zürich verhandelt ihren Fall am Mittwoch.

Eine 32-Jährige hat während Jahren Patienten bestohlen: Am Mittwoch steht sie vor dem Bezirksgericht Zürich. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/WALTER BIERI)
Eine 32-Jährige hat während Jahren Patienten bestohlen: Am Mittwoch steht sie vor dem Bezirksgericht Zürich. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Die Frau ist geständig und hat sich mit der Staatsanwaltschaft auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt: Für ihre Taten soll sie drei Jahre ins Gefängnis - seit mehr als einem Jahr befindet sich sich bereits im vorzeitigen Strafvollzug.

Vorgegangen war die 32-jährige Schweizerin in der Zeit von Oktober 2017 bis April 2020 meist ähnlich: Während ihrer Arbeit klaute sie den Schlüssel von Patienten und drang kurz darauf in deren Wohnungen ein. Dort entwendete sie insbesondere Schmuck, Uhren, Kleider, Reka-Checks und Bargeldbeträge. Dies gemäss Anklageschrift mit dem Ziel, ein nicht unerhebliches Erwerbseinkommen zu erzielen.

Zugegeben hat die Frau in der Untersuchung im Weiteren auch, dass sie Ausweise gefälscht habe: So hatte sie sich schon 2014 oder früher am Computer ein Fähigkeitszeugnis als Fachangestellte Gesundheit, ein Diplom über medizinische Praxis - Leitung sowie weitere Zeugnisse gebastelt.

Gemäss Anklageschrift gelang es ihr damit elfmal, eine Arbeitsstelle mit einem guten Lohn zu erhalten. Verschiedene Arztpraxen, ein Stadtzürcher Spital und ein Spitexverein am Zürichsee stellten sie im Laufe der Jahre als medizinische Praxisassistentin und als Fachfrau Gesundheit an.

Ihre Diebstähle sind dabei offenbar bereits früh aufgefallen; gemäss Anklageschrift befand sie sich zumindest von Januar 2018 bis Februar 2020 mehrmals tageweise in Haft, insgesamt neun Hausdurchsuchungsbefehle liegen für die Zeit von November 2017 bis Mai 2020 vor.

(sda)


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