Pianist Drake: Brexit-Regeln für Künstler sind Alptraumszenario


News Redaktion
International / 16.01.21 09:58

Der renommierte britische Pianist Julius Drake hat die neuen Brexit-Visaregeln für Kunstschaffende als Alptraumszenario kritisiert.

HANDOUT - Kritisiert die neuen Brexit-Visaregeln für Kunstschaffende: Pianist Julius Drake. Foto: Marco Borggreve/privat/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/privat/Marco Borggreve)
HANDOUT - Kritisiert die neuen Brexit-Visaregeln für Kunstschaffende: Pianist Julius Drake. Foto: Marco Borggreve/privat/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/privat/Marco Borggreve)

Wenn man nicht reisen kann, stirbt die internationale Karriere, sagte Drake der Deutschen Presse-Agentur dpa. Niemand kann seinen Lebensunterhalt nur in Grossbritannien verdienen. Es gebe zu wenige Auftrittsmöglichkeiten. Und auch der britischen Kulturlandschaft drohe ein Einbruch. Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der in Grossbritannien nur britische Künstler zu sehen sind, sagte Drake. Wenn in London nicht die besten Talente aus dem Ausland auftreten können, wird London musikalisch verarmen.

Monatelange Tourneen, aber auch Gastauftritte und Festival-Teilnahmen sind nach dem Brexit schwieriger geworden. Um sich länger in der EU aufzuhalten und dort zu arbeiten, sind für Briten nun spezielle Erlaubnisse notwendig und umgekehrt. Das gilt sogar für das musikalische Equipment und bedeutet insgesamt bürokratischen und finanziellen Aufwand. Die Briten und die EU schieben sich gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe, keine grosszügigeren Regeln gefunden zu haben. In einer Petition fordern britische Musikerinnen und Musiker eine Einigung.

Derzeit herrsche grosse Verwirrung, sagte der weltbekannte Opernsänger Ian Bostridge der dpa. Am schwersten betroffen seien Ensembles und Orchester, vor allem solche, die von Tourneen lebten und keinen festen Standort hätten. Bostridge betonte, die Künstlergemeinschaft müsse auf die Politik einwirken. Wir dürfen nicht in Depression versinken, sagte der Tenor. Wir sind enge Nachbarn, wir teilen dieselbe Kultur. Es ist lächerlich, dass es einfacher sein soll, in Russland aufzutreten als in Teilen der EU.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neuheim informierte korrekt über Terrassensiedlung-Abstimmung
Regional

Neuheim informierte korrekt über Terrassensiedlung-Abstimmung

An der Abstimmung der Gemeinde Neuheim ZG über einen Bebauungsplan für eine Terrassensiedlung gibt es nichts zu bekritteln. Der Zuger Regierungsrat hat eine Stimmrechtsbeschwerde zum Urnengang vom 27. September 2020 abgewiesen, wie er am Freitag mitteilte.

St. Galler GLP fordert Temporeduktionen statt Lärmschutzfenster
Regional

St. Galler GLP fordert Temporeduktionen statt Lärmschutzfenster

Der Schutz vor Strassenlärm ist ein Dauerthema: Die Grünliberalen fordern den Kanton St. Gallen auf, flächendeckend Temporeduktionen zu prüfen. Dazu hat die GLP eine Interpellation im Kantonsrat eingereicht. Die Antwort der Regierung steht noch aus.

Papst Franziskus fordert vor Irak-Reise Zusammenhalt in Pandemie
International

Papst Franziskus fordert vor Irak-Reise Zusammenhalt in Pandemie

Einen Tag vor seinem Abflug nach Bagdad hat sich Papst Franziskus an die Menschen im Irak gewandt. "Ich komme als Pilger, um den Herrn nach Jahren des Krieges und des Terrorismus um Vergebung und Versöhnung zu bitten", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in der Nachricht, die am Donnerstag verbreitet wurde.

Wochenend-Lockdown um Département Pas-de-Calais erweitert
International

Wochenend-Lockdown um Département Pas-de-Calais erweitert

Seit diesem Wochenende herrscht im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Frankreich nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal ein Wochenend-Lockdown.