Pride 2019: Zehntausende ziehen für Gleichberechtigung durch Zürich


Roman Spirig
Schweiz / 15.06.19 18:39

Laut, bunt und vielfältig: Am Samstag sind rund 55'000 LGBTQ-Aktivistinnen und -Aktivisten durch die Zürcher Innenstadt gezogen, um für eine offene Gesellschaft und mehr Gleichberechtigung zu demonstrieren. Die diesjährige Pride war bereits die 25. Ausgabe.

"Gefühlt die grösste bisher" sei es gewesen, bestätigte sich damit die Einschätzung, die Medienchef Alexander Wenger auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA abgab. Die Organisatoren vom Verein Zurich Pride Festival hatten im Vorfeld für Freitag und Samstag 50'000 Besucher erwartet. Der grösste derartige Anlass in der Schweiz lief in diesem Jahr unter dem Motto "Strong in Diversity".

31’000 Menschen marschierten nach Angaben der Organisatoren am Samstag beim Demonstrationsumzug mit. Weitere 7000 Menschen verfolgten die Parade vom Strassenrand aus. Bilanz. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Teilnehmerzahl am Umzug um mehr als 10’000 Personen erhöht. So konnten demnach bereits am Freitagabend 17'000 Besucher und Besucherinnen auf dem Festivalgelände begrüsst werden.

Angemeldet war für Samstag die Rekordzahl von 75 Wagen und Fussgruppen verschiedener Vereine und Organisationen aus der LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer)-Community also der Gemeinschaft aus Lesben, Schwulen und von der Geschlechtsidentität sowie von der Norm Abweichenden.

Längst ziehen nicht nur Schwule und Lesben am Pride Festival durch die Strassen: Unter dem Motto "Strong in Diversity" zeigten sich am Samstag auch viele Bisexuelle, trans- und non-binäre Personen, also Personen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen. Dazu kamen Intersexuelle, Pan- und Asexuelle.

Den Stolz auf die eigenen Persönlichkeitsmerkmale wolle man öffentlich zeigen an der Pride. Dies sei auch 2019 immer noch dringend notwendig, so die Veranstalter in einer Medienmitteilung. LGBTQ-Menschen erlebten noch immer teils offen teils versteckt Ausgrenzung. Sie seien rechtlich noch immer nicht überall gleichgestellt, und sie würden immer wieder Ziel von Hass und Spott.

Die Pride in Zürich wurde vor 25 Jahren erstmals durchgeführt, damals noch unter dem Namen "Christopher Street Day" (CSD) und als Protestaktion gegen die Homosexuellenregister.

Von 1982 bis 1989 waren die CSD stark vom Kampf gegen Aids geprägt, was damals primär noch als Schwulenkrankheit galt. Seit 2009 heisst der Anlass Zurich Pride Festival.

(sda)


Pride 2019: Zehntausende ziehen für Gleichberechtigung durch Zürich (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)
Pride 2019: Zehntausende ziehen für Gleichberechtigung durch Zürich (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Töfffahrerin bei Kollision mit Auto in Seewen SZ verletzt
Regional

Töfffahrerin bei Kollision mit Auto in Seewen SZ verletzt

Eine 53-jährige Töfffahrerin ist am Sonntagnachmittag bei einer Kollision mit einem Auto in Seewen mittelschwer verletzt worden. Die Ambulanz brachte sie ins Spital.

SVP gewinnt mit Monika Rüegger einzigen Obwaldner Nationalratssitz
Regional

SVP gewinnt mit Monika Rüegger einzigen Obwaldner Nationalratssitz

Im Kanton Obwalden hat die SVP den einzigen Nationalratssitz ergattert. Parteipräsidentin Monika Rüegger schaffte die Wahl knapp vor CVP-Mitglied Peter Krummenacher, der von einem überparteilichen Komitee nominiert worden war.

CKW sanieren Stauwehr des Reusskraftwerks für 1,5 Millionen Franken
Regional

CKW sanieren Stauwehr des Reusskraftwerks für 1,5 Millionen Franken

Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) erneuern das Stauwehr des Kraftwerks Rathausen an der Reuss. Für 1,5 Millionen Franken werden ab Oktober bis Februar die Schützentafeln saniert, die den Wasserstand im Kanal regulieren.

St.Gallen: Jennifer Abderhalden (FDP) liegt vor David Zuberbühler (SVP)
Regional

St.Gallen: Jennifer Abderhalden (FDP) liegt vor David Zuberbühler (SVP)

In Appenzell Ausserhoden liegt die FDP-Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden in Führung: Nach Auszählung von 18 der 20 Gemeinden kommt sie auf 6240 Stimmen. Der bisherige David Zuberbühler (SVP) liegt mit 5256 Stimmen zurück.