Prinz Harry reicht Klage gegen Zeitungen ein


Roman Spirig
International / 05.10.19 17:24

Prinz Harry hat Klage gegen zwei britische Zeitungsverlage wegen illegalen Abhörens von Mailbox-Nachrichten eingereicht. Entsprechende Medienberichte wurden der Nachrichtenagentur DPA aus Palastkreisen bestätigt.

Prinz Harry reicht Klage gegen Zeitungen ein (Foto: KEYSTONE / EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA)
Prinz Harry reicht Klage gegen Zeitungen ein (Foto: KEYSTONE / EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA)

Die Vorwürfe richten sich nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die "Sun" gehört, und Reach plc, den Verlag der Zeitungsmarke "Mirror". Die beklagten Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern Grossbritanniens.

Die Vorwürfe erinnern an einen der grössten Medienskandale in der Geschichte Grossbritanniens, in dessen Zentrum 2011 die inzwischen eingestellte Boulevardzeitung "News of the World" stand. Jahrelang hatten Journalisten Handygespräche von Verbrechensopfern und Prominenten abgehört und Polizisten bestochen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Harry in einem emotionalen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt, in dem er eine "skrupellose Kampagne" gegen seine Frau Meghan beklagte. Seine Frau sei "eines der jüngsten Opfer der britischen Boulevardpresse" geworden. Dabei erinnerte Harry an die Verfolgungsjagd in Paris 1997, bei der seine Mutter, Prinzessin Diana, auf der Flucht vor Paparazzi starb.

Zeitgleich kündigten die Anwälte des Paars eine Klage gegen die "Mail on Sunday" und die Mutterfirma Associated Newspapers an. Die Mediengruppe habe falsche und "vorsätzlich abfällige" Berichte über den Herzog und die Herzogin von Sussex geschrieben.

Auslöser war ein Brief Meghans an ihren Vater, den das Blatt teilweise veröffentlicht und kommentiert hatte. In dem Schreiben, das Meghans Vater Thomas Markle in Auszügen an die Presse weitergab, appelliert Meghan an ihn, nicht mehr mit der Boulevardpresse über sie zu sprechen und Lügen zu verbreiten. Ein Sprecher der "Mail on Sunday" erklärte, die Zeitung bleibe bei ihrer Darstellung und werde gegen die Vorwürfe angehen.

Harrys Mitteilung wurde gegen Ende der zehntägigen Afrika-Reise veröffentlicht, bei der das Paar auch seinen rund vier Monate alten Sohn Archie dabeihatte. In Südafrika hatten die Eltern, die sehr viel Wert auf ihre Privatsphäre legen, erstmals seit längerem wieder ihr Baby gezeigt. Bei Archies Taufe etwa gab es zur Enttäuschung vieler Fans keinen öffentlichen Auftritt der Familie.

Auf das juristische Vorgehen reagierten Medien teils mit Unverständnis. Die TV-Moderatorin Lorraine Kelly legte Harry und Meghan in einem Kommentar in der von der Klage betroffenen "Sun" nahe, das Rampenlicht ganz zu verlassen. Beide sollten darüber nachdenken, ob die "kränkende Kritik nicht schwerer wiegt als das Potenzial, etwas zu bewegen".

Die Sky-News-Korrespondentin Rhiannon Mills, die das Paar auf ihrer Afrika-Reise begleitet hatte, reagierte düpiert auf die Offensive. Harrys scharfe Kritik an den Medien habe sich angefühlt wie ein "Schlag ins Gesicht", nachdem tagelang nur Positives über die beiden berichtet worden sei. "Es ist, also ob er den Selbstzerstörungsknopf für seine Beziehung mit einem Teil der britischen Presse gedrückt hat", schrieb Mills über Harry in einem Blog ihres Senders.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Sean Simpson wird Trainer von Fribourg-Gottéron
Sport

Sean Simpson wird Trainer von Fribourg-Gottéron

Rund zwei Wochen nach der Trennung von Mark French hat Fribourg-Gottéron offenbar einen Nachfolger gefunden. Gemäss "Blick" übernimmt Sean Simpson (59) beim Schlusslicht der National League den Posten des Cheftrainers.

16. Glarner Älpler- und Bauernchilbi
Events

16. Glarner Älpler- und Bauernchilbi

Zum 16. Mal nehmen Älpler und Bauern am 19. und 20. Oktober das Linthal in Beschlag und begeistern damit die Besucher.

Federer zum Zehnten?
Sport

Federer zum Zehnten?

Roger Federer bietet sich in der 50. Ausgabe der Swiss Indoors die Chance auf einen runden Triumph. Der Weg zum zehnten Sieg am Heimturnier führt unter anderem über drei Konkurrenten aus den Top 10 sowie Stan Wawrinka.

Kanton Zug schickt erstmals eine Frau ins Bundesparlament
Regional

Kanton Zug schickt erstmals eine Frau ins Bundesparlament

Überraschung in Zug: Manuela Weichelt-Picard hat für die Alternative - die Grünen (ALG) der FDP den Nationalratssitz abgenommen. Sie ist die erste Frau, die Zug in Bundesbern vertritt. Die beiden Nationalräte von CVP und SVP wurden genauso wiedergewählt wie CVP-Ständerat Peter Hegglin. Der zweite Ständeratssitz wird in einer Stichwahl vergeben.