Psychologen-Weiterbildung: Luzern soll Finanzierungspraxis prüfen


News Redaktion
Regional / 11.04.23 00:01

Die Luzerner Regierung will die Finanzierungspraxis für die Weiterbildung von Psychologinnen und Psychologen zu zulassungsfähigen psychologischen Psychotherapeuten prüfen. Sie beantragt, ein Postulat aus den Reihen von SP und Grünen als teilweise erheblich zu erklären.

Ein Psychotherapeut therapiert eine Klientin. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Ein Psychotherapeut therapiert eine Klientin. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Die heutige Finanzierungspraxis solle zusammen mit der Luzerner Psychiatrie (Lups) überprüft werden, schreibt der Regierungsrat in der am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Insbesondere solle der eidgenössische Weiterbildungstitel Psychotherapie an Hoch- beziehungsweise Fachhochschulen der Weiterbildung an Universitäten gleichstellt werden.

Denn der Kanton entschädigt heute die Lups neben der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten auch für die Weiterbildung von Psychologinnen und Psychologen zum eidgenössischen Weiterbildungstitel Psychotherapie.

Dies gilt jedoch nur dann, wenn diese Weiterbildung an einer Universität absolviert wird, nicht jedoch in Bildungseinrichtungen auf Hoch- beziehungsweise Fachhochschulstufe, wo die allermeisten anerkannten Weiterbildungen in Psychotherapie angesiedelt sind, wie die Regierungs schreibt.

SP-Kantonsrätin Pia Engler forderte in ihrem Postulat, dass der Kanton die Weiterbildung der Psychologinnen und Psychologen zu zulassungsfähigen psychologischen Psychotherapeuten fördert. Die Bevölkerung im Kanton Luzern liege im schweizweiten Vergleich beider Beanspruchung von ambulanten psychiatrischen Leistungen markant unter dem schweizerischen Durchschnitt. Es werde eine starke Bedarfszunahme an psychiatrischen Leistungen prognostiziert.

Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können seit Mitte 2022 selbständig zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) tätig sein. Zuvor konnten sie dies nur als Angestellte eines Arztes oder einer Ärztin. Sie brauchen neu eine entsprechende Weiterbildung.

(sda)


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