Rabattschlachten wie Black Friday bergen Schuldenrisiko


News Redaktion
Wirtschaft / 26.11.21 10:04

70 Prozent Rabatt auf einen neuen Fernseher, die Spielkonsole zum halben Preis: Mit solchen Angeboten locken Detailhändler auch dieses Jahr wieder am Black Friday die Kunden. Doch Experten warnen vor dem Kauf auf Pump. Es drohe die Schuldenfalle.

Wer beim Shoppen nicht aufpasst, der gerät schnell in die Schuldenfalle: Eine Person lässt sich bei der Schuldenberatung beraten (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF)
Wer beim Shoppen nicht aufpasst, der gerät schnell in die Schuldenfalle: Eine Person lässt sich bei der Schuldenberatung beraten (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF)

Der Schweizer Detailhandel hat die Corona-Pandemie dieses Jahr zu spüren bekommen. Die Umsätze im stationären Geschäft gingen zurück. Derweil erlebte das Online-Shopping einen deutlichen Zuwachs. Und der Black Friday dürfte den Internet-Händlern noch zusätzlichen Schwung verleihen.

Allerdings kaufen über vier Fünftel der Internet-Kunden ihre Produkte zumindest teilweise auf Pump. Grund hierfür sind die im Onlinehandel üblichen Bezahlungsarten. So kaufen die Kunden meist mit der Kreditkarte oder auf Rechnung.

Bei beiden Arten der Bezahlung wird der Betrag erst mit einiger Verspätung tatsächlich beglichen oder dem Konto der Kunden abgebucht. Auch Ratenzahlungen sind häufig möglich. Im Vergleich dazu bezahlen die Konsumenten im stationären Geschäft meist mit Bargeld oder mit Debit-Karten, bei denen der Betrag direkt dem Konto abgebucht wird.

Die Entwicklung hin zu mehr Online-Shopping ist somit nicht ungefährlich. Viele verschaffen sich mit einem Zahlungsaufschub Spielraum auf dem Konto. Gerade bei höheren Beträgen kann das in der gegenwärtigen Situation aber ins Auge gehen, sagt Comparis-Experte Michael Kuhn am Freitag zur Nachrichtenagentur AWP.

Gerade in der anhaltenden Coronakrise solle man Vorsicht walten lassen, rät Kuhn. Wegen dieser drohe nach wie vor ein Einkommensverlust durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder tiefere Umsätze bei Selbstständigerwerbenden. Gerade bei Menschen mit tieferen Einkommen könnte das ungehemmte Black-Friday-Shopping somit zur Schuldenfalle werden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ausschuss zu Kapitol-Attacke lädt Trump-Anwalt Giuliani vor
International

Ausschuss zu Kapitol-Attacke lädt Trump-Anwalt Giuliani vor

Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols vor gut einem Jahr will nun auch den Anwalt des damaligen Präsidenten Donald Trump befragen.

Baerbock fordert in Kiew friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts
International

Baerbock fordert in Kiew friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock hat sich bei einem Treffen mit ihrem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts ausgesprochen.

Auto fährt in Beromünster LU in leeren Linienbus
Regional

Auto fährt in Beromünster LU in leeren Linienbus

Bei einem Unfall in Beromünster, an dem zwei Personenwagen und ein Linienbus beteiligt waren, sind am Montag die beiden Autofahrerinnen leicht verletzt worden. Im Bus befanden sich keine Passagiere, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Sechsfacher Meistercup-Sieger Paco Gento mit 88 Jahren verstorben
Sport

Sechsfacher Meistercup-Sieger Paco Gento mit 88 Jahren verstorben

Spanien und Real Madrid trauern um eine ihrer Ikonen. Der ehemalige Flügelspieler Francisco "Paco" Gento stirbt im Alter von 88 Jahren.