Radioaktives Material in alten Militärflugzeugen entdeckt


Roman Spirig
Schweiz / 05.05.21 11:01

In Triebwerken und in Cockpits alter Militärflugzeuge ist radioaktives Material gefunden worden. Wie die Armee am Mittwoch bekanntgab, sind Flugzeuge betroffen, die im Jahr 1987 von der Armee in Unkenntnis über die Komponenten versteigert worden waren.

Die Armee sucht nach alten Militärflugzeugen, die sie im Jahr 1987 versteigert hatte, weil darin radioaktives Material gefunden wurde. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/HO/STR)
Die Armee sucht nach alten Militärflugzeugen, die sie im Jahr 1987 versteigert hatte, weil darin radioaktives Material gefunden wurde. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/HO/STR)

Bei Routinekontrollen in einem Entsorgungsbetrieb sei im Herbst 2020 leicht radioaktives Material aus einem Turbinentriebwerk von einem C-3605-Flugzeug entdeckt worden, hiess es weiter. Eine Arbeitsgruppe der zuständigen Behörden beim Bund habe daraufhin intensive Abklärungen vorgenommen.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Hersteller radioaktives Thorium genutzt habe, um die Festigkeit der Triebwerksteile bei hohen Temperaturen zu gewährleisten. Darüber hinaus seien im Cockpit der Flugzeuge auch Instrumente mit radioaktiver Leuchtfarbe eingebaut gewesen.

Die Triebwerke und die Instrumente benötigen nach aktueller Strahlenschutzverordnung aber eine Umgangsbewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Daher habe die Armee dieser Tage die heutigen Eigentümer und Halter über diese Erkenntnisse informiert und ihnen Unterstützung im Umgang beziehungsweise bei der Entsorgung der radioaktiven Komponenten angeboten.

Bis Ende Juni können Betroffene im In- und Ausland laut Communiqué wählen, ob sie die Triebwerke auf Kosten des Bundes fachgerecht entsorgen lassen oder Hilfe bei der Bewilligung erhalten wollen.

Die Flugzeuge des Typs C-3605 standen seit 1968 im Einsatz der Schweizer Armee. Eine Gefahr für die Gesundheit aufgrund der Radioaktivität kann laut der Medieninformation ausgeschlossen werden, sofern das Triebwerk nicht mechanisch bearbeitet wird.

Über Gesundheitsgefährdungen während der Nutzungsdauer der Flugzeuge bei der Schweizer Armee sei nichts bekannt, erklärte ein Armeesprecher auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. So seien etwa die Wartungen und Reparaturen der Triebwerke ausschliesslich beim Hersteller in den USA vorgenommen worden, hiess es weiter.

Bei der Versteigerung 1987 waren 28 Triebwerke veräussert worden. Sie befinden sich in zehn Flugzeugen in der Schweiz und in zehn Flugzeugen im Ausland bei privaten Haltern oder Museen. Bei vier Triebwerken konnten allerdings die Besitzer oder Halter bisher nicht ausfindig gemacht werden.

(sda)


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