Rassistische Bezeichnungen im Zürcher Niederdorf werden entfernt


News Redaktion
Schweiz / 08.04.21 10:25

In der Stadt Zürich gibt es Hausnamen und Wandbilder mit Bezug zu Rassismus und Kolonialismus. Der Stadtrat will, dass diese nach einer Einzelfallprüfung entweder entfernt oder kontextualisiert werden. Drei rassistische Bezeichnungen an städtischen Liegenschaften im Niederdorf werden noch in diesem Jahr beseitigt.

Im Zürcher Niederdorf werden rassistische Bezeichnungen an drei städtischen Liegenschaften entfernt. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
Im Zürcher Niederdorf werden rassistische Bezeichnungen an drei städtischen Liegenschaften entfernt. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Die Hausnamen-Inschriften und Wandbilder befinden sich mehrheitlich im Niederdorf und sind Teil der Stadtgeschichte. Heute konfrontieren sie aber Direktbetroffene mit bestehendem Rassismus und können der Gesamtbevölkerung eine unhinterfragte Normalität suggerieren, wie der Stadtrat am Donnerstag mitteilte.

An den Gebäuden Niederdorfstrasse 29 und Neumarkt 13 werden die Hausnamen-Inschriften entfernt. Weiter soll die Bezeichnung auf einer an der Predigergasse 15 angebrachten Plakette angepasst werden.

Bei Liegenschaften und Objekten im privaten Besitz kann die Stadt nicht direkt eingreifen. Die Stadt will aber direkt auf die Betreffenden zugehen, um sie zu sensibilisieren, damit sie mit den städtischen Vorgaben gleichziehen.

Bei Objekten, die etwa wegen ihrer Grösse oder des historischen Kontextes nicht entfernt werden können, braucht es eine Aufarbeitung beispielsweise durch Kontextualisierung, Umgestaltung oder künstlerische Erweiterung. So etwa in der denkmalgeschützten Aula des städtischen Schulhauses Hirschengraben.

Die Darstellungen dort repräsentieren die im 19. Jahrhundert weit verbreitete exotisierende Zurschaustellung fremder Völker, wie es in der Mitteilung heisst. Der Stadtrat will nun Massnahmen prüfen damit diese Darstellungen nicht als unhinterfragte Normalität stehen bleiben.

Ebenfalls auf längere Frist angelegt sind weitere Massnahmen, die auf eine aktive Auseinandersetzung mit den kolonialen Spuren abzielen, so etwa eine Ausstellung im Stadthaus. Der Stadtrat folgt mit seinem Vorgehen den Empfehlungen einer interdisziplinären Projektgruppe, die im Sommer 2020 eingerichtet worden war.

(sda)


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