Recherche: Auch Schriftsteller Ziel von mutmasslichen Nawalny-Tätern


News Redaktion
International / 09.06.21 17:23

Die russischen Geheimdienstler, die Kremlkritiker Alexej Nawalny für einen Giftanschlag auf sich verantwortlich macht, hatten es einer Recherche zufolge auch auf einen kremlkritischen Schriftsteller abgesehen.

ARCHIV - Alexej Nawalny, russischer Oppositionsführer, steht während seiner Verhandlung hinter einer Glasscheibe im Babuskinsky Bezirksgericht. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Alexander Zemlianichenko)
ARCHIV - Alexej Nawalny, russischer Oppositionsführer, steht während seiner Verhandlung hinter einer Glasscheibe im Babuskinsky Bezirksgericht. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Alexander Zemlianichenko)

Dmitri Bykow könnte im Jahr 2019 ebenfalls Opfer eines Giftanschlags geworden sein, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Berichten der Investigativplattformen The Insider und Bellingcat hervorgeht. Bereits ein Jahr zuvor hätten mehrere Agenten des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB begonnen, Bykow zu beschatten, heisst es. Die Journalisten berufen sich dabei auf Reisedaten der Männer.

Bykow, der unter anderem als Kolumnist für die regierungskritische Zeitung Nowaja Gaseta schreibt, war vor mehr als zwei Jahren an Bord eines Flugzeugs kollabiert und lag anschliessend mehrere Tage im Koma. Einen abschliessenden Grund für den Zusammenbruch des heute 53-Jährigen stellten die Ärzte damals nicht fest. Die Investigativjournalisten betonten nun, dass etwa Bykows erste Symptome - Erbrechen und starke Schweissausbrüche - denen Nawalnys geähnelt hätten.

Dessen Sprecherin Kira Jarmysch zeigte sich von den Rechercheergebnissen entsetzt: Davon gefriert einem buchstäblich das Blut, schrieb sie auf Twitter. Unser Land wird von Menschen regiert, die ihre Mitbürger töten. Jeder Andersdenkende könne in Russland zum Opfer eines solchen Anschlags werden - ob Oppositionspolitiker oder Poet. Nawalny ist bereits seit Monaten in einem Straflager inhaftiert.

Nawalny, der im vergangenen August mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden war, hat mehrfach Präsident Wladimir Putin und den FSB für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Kreml und FSB weisen das zurück. Investigativjournalisten berichteten in den vergangenen Monaten hingegen immer wieder über Attentate auf russische Oppositionelle, in die Geheimdienstler verwickelt gewesen sein sollen.

(sda)


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