Rede in Athen: Papst fordert "gute Politik" gegen Demokratiefeinde


News Redaktion
International / 04.12.21 16:38

Bei seinem Besuch in Griechenland hat Papst Franziskus die Errungenschaften der Politik gelobt und zugleich vor den Feinden der Demokratie gewarnt.

HANDOUT - Papst Franziskus (M) trägt sich in ein Gästebuch ein neben Katerina Sakellaropoulou (l), Präsidentin von Griechenland. Das Oberhaupt der katholischen Kirche lobte in seiner Rede die Errungenschaften der Politik und warnte zugleich vor den Feinden der Demokratie. Foto: Theodore Manolopoulos/Presidency of Hellenic Republic/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Presidency of Hellenic Republic/AP/Theodore Manolopoulos)
HANDOUT - Papst Franziskus (M) trägt sich in ein Gästebuch ein neben Katerina Sakellaropoulou (l), Präsidentin von Griechenland. Das Oberhaupt der katholischen Kirche lobte in seiner Rede die Errungenschaften der Politik und warnte zugleich vor den Feinden der Demokratie. Foto: Theodore Manolopoulos/Presidency of Hellenic Republic/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Presidency of Hellenic Republic/AP/Theodore Manolopoulos)

Hier wurde die Demokratie geboren, erinnerte der Pontifex am Samstag in Athen, nachdem er von Staatspräsidentin Ekaterina Sakellaropoulou empfangen worden war.

Aus der Wiege wurde Jahrtausende später ein Haus, ein grosses Haus demokratischer Völker: Ich beziehe mich auf die Europäische Union und auf den Traum von Frieden und Geschwisterlichkeit, den sie für viele Völker darstellt. Franziskus war am Morgen für den zweiten Teil einer Reise in das östliche Mittelmeer von Zypern nach Athen geflogen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche unterstrich in seiner Rede, die gespickt war mit Verweisen auf die klassischen Autoren, Denker und Gelehrten der Antike wie Homer, Aristoteles oder Hippokrates, die zentrale Rolle des Landes in der Geschichte. Ohne Athen und Griechenland wären Europa und die Welt nicht das, was sie sind, sagte Franziskus. Sie wären weniger weise und weniger glücklich.

Nun gelte es aber, das Errungene nicht wieder zu verlieren. Man könne nur mit Sorge feststellen, dass nicht nur auf dem europäischen Kontinent ein Rückschritt an Demokratie zu verzeichnen ist, mahnte der Papst. Einige Gesellschaften seien vom Konsum betäubt, müde und unzufrieden mit der Demokratie. Er forderte deshalb alle auf, sich am öffentlichen Leben und an der Politik zu beteiligen und Geduld zu haben.

Zugleich gebe es Skepsis gegen die Demokratie etwa wegen zu grosser Bürokratie oder eines gewissen Identitätsverlusts. Das Heilmittel dafür liegt nicht in der zwanghaften Suche nach Popularität, in der Sucht nach Aufmerksamkeit, in der Ankündigung unmöglicher Versprechen oder in der Zustimmung zu abstrakter ideologischer Kolonisierung, sondern in guter Politik, unterstrich der Pontifex.

(sda)


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