Uri atmet auf - Luzern rechnet mit anhaltender Hochwassergefahr


News Redaktion
Regional / 13.07.21 17:28

Die heftigen Regenfälle haben am Dienstag in der Zentralschweiz die Gewässer anschwellen lassen. Im Kanton Uri entspannte sich am Nachmittag die Lage an der Reuss und bei deren Mündung in den Vierwaldstättersee. Am anderen Ende des Sees, in der Stadt Luzern, dürfte die Hochwassergefahr aber weiter zunehmen.

Die Uferpromenade in Alpnach OW steht unter Wasser. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Die Uferpromenade in Alpnach OW steht unter Wasser. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Pegel des Vierwaldstättersees in Luzern ist am Dienstag von 4 Uhr bis 18 Uhr um über 25 Zentimeter gestiegen, weil die Zuflüsse viel Wasser führten. Er steige aktuell um etwa vier Zentimeter pro Stunde, sagte Theo Honermann, Kommandant der Feuerwehr der Stadt Luzern, am Abend gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Feuerwehr hatte bereits am Montagabend in Erwartung eines Hochwasser mit 2500 Sandsäcken vorsorglich die Ufer der Reuss in der Stadt gesichert. Der eingetretene Anstieg des Seepegels liegt gemäss Honermann am oberen Rand der Befürchtungen.

Am linken Reussufer entlang der Bahnhofstrasse verstärkte die Feuerwehr deswegen am Dienstag den Hochwasserschutz. Er gehe davon aus, dass der Seepegel in den nächsten Stunden weiter steigen werde, sagte Honermann.

Beim Verkehrshaus in Luzern gelangte bereits Seewasser auf die Haldenstrasse. Wegen des hohen Seepegels kündigte ferner die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees an, ab Mittwoch nicht mehr zu verkehren.

Im Kanton Uri, wo die Reuss in den Vierwaldstättersee fliesst, entspannte sich dagegen am Nachmittag die Lage wieder. Am Morgen hatte es stark geregnet, vorsorglich wurde am Mittag wegen des Reusshochwassers die A2 gesperrt. Der Nord-Süd-Verkehr wurde grossräumig umgeleitet. Diese Massnahmen konnten am Abend wieder aufgehoben werden, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte.

Die Hochwasserentlastungsanlage in Seedorf funktionierte gemäss der Mitteilung wie vorgesehen und leitete das Wasser wie geplant ab. Die Entlastungsanlage in Altdorf musste nicht in Betrieb genommen werden, im Gegensatz zum Hochwasser vom Oktober 2010 wurde die Autobahn nicht überschwemmt.

Weil die Reuss im Kanton Uri viel Wasser führte, wurde am Morgen vorsorglich der Bahnbetrieb zwischen Andermatt und Realp eingestellt. Die Kantonsstrasse im Urserental musste kurz darauf gesperrt werden, nachdem sie von kleineren Erdrutschen verschüttet worden war.

Dass sich die Lage im Kanton Uri entspannte, lag nicht nur daran, dass die Niederschläge nachliessen, sondern auch am kalten Wetter. Oberhalb von 2100 Meter regnete es nicht, sondern es schneite; der Furka-, Susten- und Gotthardpass wurden deswegen gesperrt.

Mit den Folgen des widrigen Wetters zu kämpfen hatte auch der Kanton Obwalden. Der Pegel des Sarnersees stieg, der Obwaldner Hauptort sperrte die Uferwege. Die Zentralbahn stellte ihren Betrieb zwischen Alpnach Dorf und Sarnen vorsorglich ein, dies weil die Sarner Aa Hochwasser führte.

(sda)


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