Reichste Schweizer leiden kaum unter dem Börseneinbruch


News Redaktion
Wirtschaft / 24.11.22 22:26

Die Vermögen der 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer haben sich 2022 trotz schwacher Entwicklung an den Aktienmärkten kaum verändert. Insgesamt sitzen sie noch auf 821 Milliarden Franken, im Durchschnitt sind es 2737 Millionen.

Die Zeiten waren schon besser: Zu den Verlierern, materiell gesehen, gehört die Familie Blocher mit einem um 5 Milliarden Franken geschrumpften Vermögen (Christoph Blocher mit seiner Tochter Magdalena Martullo-Blocher in einer Aufnahme vom März 2018). (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Die Zeiten waren schon besser: Zu den Verlierern, materiell gesehen, gehört die Familie Blocher mit einem um 5 Milliarden Franken geschrumpften Vermögen (Christoph Blocher mit seiner Tochter Magdalena Martullo-Blocher in einer Aufnahme vom März 2018). (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Dies ist lediglich ein Minus von 825 Millionen Franken oder 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das neueste Ranking des Magazins "Bilanz" vom Donnerstag zeigt. Dies kontrastiert stark etwa mit dem SMI, dem wichtigsten Schweizer Aktienindex, der im bisherigen Jahresverlauf knapp 14 Prozent eingebüsst hat.

Es gab aber durchaus Reiche, deren Vermögen entsprechend der Börsenentwicklung deutlich schrumpfte - es sind vor allem diejenigen, deren Vermögen hauptsächlich in börsenkotierten Unternehmen steckt.

So haben etwa die Familien Schindler und Bonnard, die den konjunkturanfälligen Liftbauer Schindler beherrschen, rund 7 Milliarden an Vermögen eingebüsst. Sie haben damit unter den 300 Reichsten am meisten verloren: ihr Vermögen beträgt damit lediglich noch 9 bis 10 Milliarden Franken.

Auch die Familie Blocher mit zwei kotierten Unternehmen (Ems, Dottikon ES) musste eine Vermögensschrumpfung von 5 Milliarden hinnehmen. Sie wird aber von der Bilanz immerhin noch mit 14 bis 15 Milliarden eingeschätzt.

Am meisten zugelegt hat derweil das Vermögen der Reedereifamilie Aponte: ihr Vermögen ist um 11 Milliarden auf 19 bis 20 Milliarden gestiegen. Im Seefrachtgeschäft seien die Margen seit der Corona-Krise stark gestiegen, wird der Anstieg begründet.

Überhaupt ist der Anteil der Ausländer unter den 300 Reichsten in der Schweiz hoch. Beinahe die Hälfte - 145 der 300 - sind Ausländer, die in der Schweiz wohnen.

An der Spitze hat sich derweil wenig verändert: Seit 21 Jahren zuoberst stehen die Gebrüder Jonas, Peter und Mathias Kamprad, die Besitzer von Ikea. Die Söhne von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad sind im Waadtland aufgewachsen und eingebürgert. Sie haben mit ihrem Möbelimperium ein geschätztes Vermögen von 54 bis 55 Milliarden Franken.

Auf Platz 2 gibt es derweil einen Neuzugang. Es ist dank einem Zuwachs von 9 Milliarden auf mittlerweile 38 bis 39 Milliarden Franken Gérard Wertheimer, der zusammen mit seinem Bruder Alain das erfolgreiche Modehaus Chanel besitzt. Der in Genf wohnhafte Franzose verdrängte laut Bilanz die Roche-Erben auf Platz drei.

Das Vermögen der Familien Oeri, Hoffmann und Duschmalé hat wegen des schwächelnden Roche-Kurses um rund 4 Milliarden auf 30 bis 31 Milliarden abgenommen.

Die Bilanz-Rangliste gibt es seit 1989. Anfänglich wurden die 100 Reichsten aufgeführt, mittlerweile sind es die 300 Reichsten. 1989 hatten die 100 Reichsten gemäss der Bilanz-Rechnung ein Vermögen von 66 Milliarden Franken, womit sich das durchschnittliche Vermögen seither mehr als vervierfacht hat.

Heute haben allein die zwei Reichsten mit 93 Milliarden bereits ein deutlich höheres Vermögen als damals die 100 Reichsten zusammen.

(sda)


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