Rückführung der Mumie Schepenese nach Ägypten wird geprüft


News Redaktion
Schweiz / 07.12.22 12:38

Der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen will nach der Kritik des Theaterregisseurs Milo Rau eine Rückführung der Mumie Schepenese prüfen. Mit den zuständigen ägyptischen Behörden wird Kontakt aufgenommen.

Der Theaterregisseur Milo Rau mit der in der St. Galler Stiftsbibliothek ausgestellten Mumie Schepenese. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Der Theaterregisseur Milo Rau mit der in der St. Galler Stiftsbibliothek ausgestellten Mumie Schepenese. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Die Mumie Schepenese in der St. Galler Stiftsbibliothek sei in den letzten Tagen der Grund für eine kontroverse Debatte gewesen, die durch das Theaterprojekt des Kulturschaffenden Milo Rau ausgelöst wurde, teilte der Katholische Konfessionsteil am Mittwoch mit.

Als Eigentümer sämtlicher Bestände der Stiftsbibliothek habe der Administrationsrat mittlerweile eine Gesamtbeurteilung vorgenommen und werde nun "eine Übergabe von Schepenese an Ägypten seriös prüfen", heisst es weiter. Das Gremium habe sich dabei von Kultur- und Rechtsexperten beraten lassen.

Dem Administrationsrat sei es wichtig, dass eine allfällige Überführung der menschlichen Überreste von Schepenese würdevoll gestaltet werde. Es sei ihm ein Anliegen, dass mit der Mumie seriös und differenziert umgegangen werde, auch mit Bezug zu ihrem Herkunftsland, wird Administrationsratspräsident Raphael Kühne in der Mitteilung zitiert.

Am 17. November erhielt Milo Rau den St. Galler Kulturpreis. In seiner Rede kritisierte er die Präsentation der Mumie Schepenese in der Stiftsbibliothek und löste damit in St. Gallen einigen Wirbel aus. Danach startet er eine Kampagne zur Rückführung der Mumie und wollte dafür sein Preisgeld von 30'000 Franken einsetzen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Roche ernennt Teresa Graham zur Pharmachefin
Wirtschaft

Roche ernennt Teresa Graham zur Pharmachefin

Roche hat Teresa Graham zur neuen Pharmachefin und Mitglied der Konzernleitung ernannt. Sie übernimmt die Aufgabe per Anfang März, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Pentagon sichtet chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA
International

Pentagon sichtet chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA

Das US-Militär hat einen chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA gesichtet. Der Ballon sei am Mittwoch über dem Bundesstaat Montana im Nordwesten der USA entdeckt worden, teilte das Pentagon am Donnerstag mit.

Toter Mann in Wohnung nach Brand in Gerlafingen SO geborgen
Schweiz

Toter Mann in Wohnung nach Brand in Gerlafingen SO geborgen

Ein toter Mann ist in Gerlafingen SO am Dienstagmorgen nach einem Brand in seiner Wohnung aufgefunden worden. Die Hintergründe sind gemäss Polizeiangaben unklar.

Prozess zu Wiener Attentat: Lebenslange Strafen für Terror-Helfer
International

Prozess zu Wiener Attentat: Lebenslange Strafen für Terror-Helfer

Bei dem Prozess um den Wiener Terror-Anschlag von November 2020 sind zwei Angeklagte als Unterstützer des Täters zu lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt worden. Zwei weitere Angeklagter erhielten in der Nacht zum Donnerstag im Wiener Landgericht je 19 und 20 Jahre Haft. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die vier Männer bei der Auswahl des Anschlagsziels sowie bei der Beschaffung von Schusswaffen und Munition geholfen hatten. Der 20-jährige Täter war ein Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er tötete am 2. November 2020 vier Menschen im Wiener Stadtzentrum, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Eines der Todesopfer war eine deutsche Studentin. 23 Passanten wurden teils schwer verletzt, auch unter ihnen waren einige Deutsche. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei weiteren Männern ebenfalls vorgeworfen, durch die Vorbereitung des Attentats zu Mord beigetragen zu haben. Die Geschworenen sprachen sie jedoch wegen mangelnder Beweise von diesem Haupt