Rund 2500 Einkaufstouristen während ausserordentlicher Lage gebüsst


News Redaktion
Schweiz / 30.06.20 11:48

2448 Personen sind während der ausserordentlichen Lage beim Einkaufstourismus erwischt worden. Insgesamt wiesen die Schweizer Zollbeamten an den Grenzen 112'049 Personen zurück. Gleichzeitig brach der grenzüberschreitende Personenverkehr um bis zu 80 Prozent ein.

Das Grenzwachkorps wurde während der ausserordentlichen Lage von Soldaten der Armee bei der Überwachung der Grenzen unterstützt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)
Das Grenzwachkorps wurde während der ausserordentlichen Lage von Soldaten der Armee bei der Überwachung der Grenzen unterstützt. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Nachdem der Bundesrat am 16. März die ausserordentliche Lage ausgerufen und gleichzeitig auch Einreisebeschränkungen erlassen hatte, schloss die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) 130 kleinere Grenzübergänge. Systematische Binnenkontrollen wurden wieder eingeführt und nur noch systemrelevante Personen durften einreisen.

Wie die EZV am Dienstag mitteilte, musste sie bis am 14. Juni an den Grenzen insgesamt 112049 Personen zurückweisen. Nur gerade 16854 Personen wurde die Einreise gewährt, weil sie sich in einer Situation der äussersten Notwendigkeit befanden.

Gleichzeitig wurde 8848 Personen wegen Verstosses gegen die Covid-Massnahmen mit einer Geldstrafe von 100 Franken gebüsst. 2458 Fälle davon betrafen den Einkaufstourismus und verbotene Warenübergaben an der Grenze.

Gross war auch das Informationsbedürfnis der Schweizer Bevölkerung. So seien bei den Auskunftszentralen der EZV 135000 Anrufe eingegangen, so viele wie im gesamten letzten Jahr zusammen. Ausserdem mussten die EZV-Beamten rund 30000 E-Mail-Anfragen beantworten.

Gleichzeitig kam der grenzüberschreitende Personenverkehr fast komplett zum Erliegen. Mittlerweile habe sich dieser wieder erholt und liege aktuell noch knapp zehn Prozent unter den Werten vor der Corona-Krise, hiess es weiter.

Weil während der ausserordentlichen Lage die Grenzen in ganz Europa praktisch geschlossen waren, ging im Vergleich zur Vorjahresperiode auch die Zahl der festgestellten Straftaten um fast die Hälfte zurück, nämlich von 27125 auf 15400. Dabei handelte es sich um Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz, das Betäubungsmittelgesetz, das Waffengesetz sowie um Urkunden- und Strassenverkehrsdelikte.

Das veränderte Grenzregime mit vorrangigen Fahrspuren für die Einfuhr von Gütern und der Förderung der elektronischen Abwicklung habe die EZV vor personelle Herausforderungen gestellt. Sie wurde deshalb von 50 Militärpolizisten und 1800 Soldaten der Armee unterstützt. Zeitweilig seien auch Kantonspolizisten zur Verstärkung der Kontrollen hinzugezogen worden.

(sda)


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