Sarkozy bestreitet Vorwürfe um Wahlkampfkosten


News Redaktion
International / 15.06.21 18:55

Im Prozess um mutmasslich überhöhte Wahlkampfkosten hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Nicolas Sarkozy (M), ehemaliger Präsident von Frankreich, kommt in einem Pariser Gerichtsgebäude an. Es ist die Fortsetzung der Verhandlungen im Prozess gegen den früheren Präsidenten Sarkozy wegen mutmaßlich illegaler Wahlkampf-Finanzierung 2012. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Rafael Yaghobzadeh)
Nicolas Sarkozy (M), ehemaliger Präsident von Frankreich, kommt in einem Pariser Gerichtsgebäude an. Es ist die Fortsetzung der Verhandlungen im Prozess gegen den früheren Präsidenten Sarkozy wegen mutmaßlich illegaler Wahlkampf-Finanzierung 2012. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Rafael Yaghobzadeh)

Im Wahlkampf 2012 habe man nicht über die Stränge geschlagen, sagte der 66-Jährige nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP vor Gericht in Paris. Sarkozy wird vorgeworfen, die letztlich gescheiterte Kampagne für seine Wiederwahl illegal finanziert zu haben. Ihm drohen bis zu einem Jahr Haft und eine Geldbusse.

Sarkozy war in dem seit knapp vier Wochen laufenden Verfahren erstmals persönlich anwesend. 13 weitere Angeklagte müssen sich wegen Betrugs oder Beihilfe verantworten. In Frankreich sind die Ausgaben für einen Wahlkampf gedeckelt, um mehr Chancengleichheit zwischen Kandidaten zu schaffen. Die erlaubte Obergrenze betrug damals 22,5 Millionen Euro. Tatsächlich sollen von Sarkozys Team mindestens 42,8 Millionen ausgegeben worden sein.

Um die Mehrausgaben zu vertuschen, sollen Ausgaben durch ein System fiktiver Rechnungen von seiner damaligen Partei UMP, inzwischen in Republikaner umbenannt, getarnt worden sein. Der Konservative sass von 2007 bis 2012 im Élyséepalast. Die Justiz ermittelt zudem wegen angeblicher Zahlungen Libyens im Wahlkampf 2007. In einer anderen Affäre wurde Sarkozy im März wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu drei Jahren Haft verurteilt, davon zwei auf Bewährung. Er hat angekündigt, Berufung einzulegen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Sven Bärtschis neuer Anlauf in Las Vegas
Sport

Sven Bärtschis neuer Anlauf in Las Vegas

Der Schweizer Sven Bärtschi erhält eine neue Chance in der NHL. Der 28-jährige Berner Flügel unterschreibt bei den Vegas Golden Knights einen Zwei-Weg-Vertrag für ein Jahr.

Djokovic im Halbfinal, Medwedew ohne Medaille
Sport

Djokovic im Halbfinal, Medwedew ohne Medaille

Novak Djokovic strebt unaufhaltsam seinem ersten Olympiasieg entgegen. Im Viertelfinal deklassierte die Weltnummer 1 den japanischen Altstar Kei Nishikori 6:2, 6:0.

Queen-Gitarrist May findet Künstler nicht ganz einfach
International

Queen-Gitarrist May findet Künstler nicht ganz einfach

Künstler sind nach Ansicht von Queen-Gitarrist Brian May nicht ganz einfache Menschen. "Das sind komische, schwierige Personen", sagte der 74 Jahre alte Rocker im Interview der Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag). Er wisse, dass er sich über das Universum in seinem Kopf mehr im Klaren sei als über das echte, erklärte der studierte Astrophysiker weiter.

Sorgfalt beim Umgang mit Antibiotika im Veterinärwesen nimmt zu
Schweiz

Sorgfalt beim Umgang mit Antibiotika im Veterinärwesen nimmt zu

Tierärzte haben 2020 den Antibiotikagebrauch weiter reduziert. Gegenüber dem Vorjahr sank die Gesamtmenge um rund 4, diejenige von kritischen Antibiotikaklassen sogar um rund 9 Prozent. Innert zehn Jahren hat sich der Antibiotikaverkauf im Veterinärwesen halbiert.