Schärfere Regeln in Zürcher Clubs nach "Superspreader-Events"


News Redaktion
Schweiz / 01.07.20 14:08

In Zürcher Clubs müssen Besucherinnen und Besucher neu einen Ausweis vorzeigen und ihre Handynummer überprüfen lassen. So soll sichergestellt werden, dass das Contact Tracing im Falle einer möglichen Corona-Ansteckung möglich ist.

Im Zürcher Flamingo-Club steckte ein
Im Zürcher Flamingo-Club steckte ein "Superspreader" mehrere Personen an. (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Der Kanton Zürich reagiert mit den verschärften Regeln auf die zwei Superspreader-Events, die in den vergangenen Tagen bekannt wurden. Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) gab die Neuerungen am Mittwochnachmittag an einer Medienkonferenz bekannt.

Falsche Kontaktdaten auf den Besucherlisten erschwerten nach den Superspreader-Events in Clubs das Contact Tracing massiv. Zahlreiche Besucher gaben offenbar Fantasienamen wie Donald Duck an, einzelne Gäste waren auf der Liste gar nicht verzeichnet.

Ab Freitag müssen die Clubs nun sicherstellen, dass ihre Gäste die richtigen Namen angeben. Dazu müssen diese einen Ausweis vorzeigen. Auch die angegebene Handynummer muss verifiziert werden.

Die Clubs werden zudem dazu verpflichtet, dem Kanton den verantwortlichen Betreiber sowie drei weitere Personen zu nennen, die Zugriff auf die Besucherlisten haben.

So soll sichergestellt werden, dass die Gesundheitsdirektion innert zwei Stunden Zugriff auf die Kontaktdaten erhält, falls sich nachträglich herausstellt, dass eine infizierte Person unter den Gästen war. Die Gäste sollen dann per SMS und E-Mail über die mögliche Ansteckungsgefahr informiert werden.

Der Flamingo Club, in dem es an einem Anlass am 21. Juni zu mehreren Ansteckungen kam, wird vorerst nicht geschlossen. Der Club hat laut Rickli zugesichert, die neuen Vorschriften einhalten zu können. Dies soll überprüft werden. Falls die Vorschriften eingehalten werden, darf der Club weiterhin geöffnet bleiben.

Die täglich publizierten Zahlen der positiv auf Covid-19 getesteten Personen ist im Kanton Zürich in den vergangenen Tagen und Wochen wieder deutlich gestiegen. Bis am Mittwochnachmittag lagen der Gesundheitsdirektion 39 positive Tests innerhalb eines Tages vor - so viele wie seit Mitte April nicht mehr.

Rickli sprach sich vor diesem Hintergrund für eine Maskenpflicht im ÖV aus. In dieser Frage sei jedoch der Bund gefordert.

(sda)


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