Scharfe Töne von Chinas Top-Aussenpolitiker in Telefonat mit Blinken


News Redaktion
International / 11.06.21 17:50

Chinas oberster Aussenpolitiker Yang Jiechi hat scharfe Töne gegenüber den USA eingeschlagen. In einem Telefonat am Freitag mit US-Aussenminister Antony Blinken warf Yang Jiechi den USA vor, die Suche nach den Ursprüngen des Coronavirus zu "politisieren".

Antony Blinken, Außenminister der USA, bei einem Empfang. Foto: Alex Brandon/Pool AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool AP/Alex Brandon)
Antony Blinken, Außenminister der USA, bei einem Empfang. Foto: Alex Brandon/Pool AP/dpa (FOTO: Keystone/Pool AP/Alex Brandon)

Die US-Regierung solle vielmehr Fakten und Wissenschaft respektieren und sich auf die internationale Kooperation im Kampf gegen die Pandemie konzentrieren, sagte Yang Jiechi. Das Gespräch fand auf Wunsch von Blinken statt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua hervorhob. Das Politbüromitglied Yang Jiechi, der in Chinas Machthierarchie über Aussenminister Wang Yi steht, reagierte damit auf Pläne der USA, über ihre Geheimdienste weitere Ermittlungen in die Herkunft des Virus anzustellen.

Der Ton des Telefonats, wie es von Xinhua beschrieben wurde, erinnerte an die Auseinandersetzung von Yang Jiechi bei seinem ersten Treffen mit Blinken in Anchorage im US-Bundesstaat Alaska im März. Der Umgang mit China ist auch eines der zentralen Themen beim Gipfel der grossen Industrieländer (G7) mit den USA, Deutschland, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Japan im englischen Cornwall.

Entschieden wies Yang Jiechi auch Kritik an Menschenrechtsverstössen in China zurück. Die US-Seite sollte die ernsten Menschenrechtsverletzungen auf ihrem Territorium beheben, anstatt sich absichtlich in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Er bezog sich offenbar auf Kritik am Umgang mit der Minderheit der Uiguren oder der Opposition in Hongkong.

Auch mahnte der Top-Aussenpolitiker Chinas, dass die USA ihre Zusagen hinsichtlich Taiwans einhalten und vorsichtig im Umgang mit dieser Frage sein müssten. Peking sieht die demokratische Insel als Teil der Volksrepublik an, obwohl sie nie dazu gehört hat. Auch droht es mit einer gewaltsamen Eroberung. Die USA wiederum haben sich schon lange der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet.

(sda)


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