Schiff "Alan Kurdi" nimmt mehr als 130 Migranten im Mittelmeer auf


News Redaktion
International / 20.09.20 12:41

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye hat im Mittelmeer mehr als 130 Migranten gerettet.

ARCHIV - Das Seenotrettungsschiff «Alan Kurdi». Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Sea-Eye/Fabian Heinz)
ARCHIV - Das Seenotrettungsschiff «Alan Kurdi». Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Sea-Eye/Fabian Heinz)

Die Crew habe am Samstag und Sonntag vor der libyschen Küste insgesamt 133 Menschen aus drei Booten aufgenommen, teilte Sea-Eye mit. Unter den Betroffenen seien zehn Frauen, darunter eine Schwangere, sowie Dutzende Kinder und Jugendliche. Auch ein fünf Monate altes Baby sei an Bord eines der Boote gewesen.

Offenbar zeitgleich nahm die libysche Küstenwache zahlreiche Menschen auf. Die Küstenwache habe 128 Migranten zurück an die Küste Libyens gebracht, teilte die Sprecherin der Internationalen Organisation ?für Migration (IOM) bei Twitter mit. Darunter seien auch Frauen und Kinder. Die Küstenwache selbst äusserte sich zunächst nicht.

Die geretteten Migranten hätten unwahrscheinliches Glück gehabt, dass die Besatzung der Alan Kurdi sie entdeckte, sagte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye. Nach Angaben von Sea-Eye reagierten weder die europäischen Rettungsleitstellen noch die Küstenwache auf die Notfallmeldungen. Inzwischen hat man jede Kommunikation mit Hilfsorganisationen eingestellt und in Europa sieht sich niemand mehr für diese Menschen zuständig. Sie werden den Libyern oder dem Meer ausgeliefert, sagte Jan Ribbeck aus der Einsatzleitung von Sea-Eye. Keine Behörde antwortet auf Anfragen des Kapitäns. Keine Antworten aus Libyen, Italien, Malta oder Deutschland, hiess es auf Twitter.

Die Alan Kurdi, die sich um die Rettung von Migranten in Seenot bemüht, ist seit etwa einer Woche wieder im Mittelmeer unterwegs. Italienische Behörden hatten das Schiff im Mai unter anderem mit der Begründung technischer Mängel festgesetzt. Später durfte das Schiff zur Wartung in einen spanischen Hafen bei Valencia fahren. Vor einer Woche erteilten spanische Behörden dann die Erlaubnis zum Ablegen.

Von Libyen aus versuchen immer wieder Flüchtlinge und Migranten die gefährliche Überfahrt nach Europa. Dabei kamen im Mittelmeer nach Angaben der IOM dieses Jahr mehr als 590 Menschen ums Leben.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Sammler überlässt Kunstmuseum Luzern sechs Dauerleihgaben
Regional

Sammler überlässt Kunstmuseum Luzern sechs Dauerleihgaben

Ein privater Sammler hat dem Kunstmuseum Luzern sechs Gemälde als Dauerleihgaben überlassen. Auf den Werken der drei Schweizer Künstler Alexandre Calame, Rudolf Koller und Robert Zünd sind Tiere und Landschaften zu sehen.

Medien: Unbekannte beschädigen Dutzende Objekte in Berliner Museen
International

Medien: Unbekannte beschädigen Dutzende Objekte in Berliner Museen

Auf der Berliner Museumsinsel sind Dutzende Ausstellungsobjekte nach Medienberichten von Unbekannten beschädigt worden.

Lastwagenchauffeure tricksten mit Fahrerkarten
Regional

Lastwagenchauffeure tricksten mit Fahrerkarten

Ein Lastwagenchauffeur hat mit dem Einsatz von zwei Fahrerkarten versucht zu vertuschen, dass er die vorgeschriebenen Pausen nicht einhielt. Die Urner Kantonspolizei ist ihm aber letzte Woche bei einer Kontrolle in Erstfeld UR auf die Schliche gekommen.

UN: Geld für Sahel ist Investition gegen Extremisten und Kriminelle
Schweiz

UN: Geld für Sahel ist Investition gegen Extremisten und Kriminelle

Die Vereinten Nationen hoffen bei einer Geberkonferenz für die Sahel-Region in Afrika an diesem Dienstag auf Hunderte Millionen Euro frisches Geld für Nothilfe und Entwicklung.