Schmolz+Bickenbach mit Umsatzeinbruch und Riesenverlust


News Redaktion
Wirtschaft / 12.08.20 08:07

Der Luzerner Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) hat im zweiten Quartal 2020 die konjunkturelle Abkühlung durch die Corona-Krise noch deutlicher zu spüren bekommen als im ersten. Absatzmenge und Umsatz sind beschleunigt gesunken, und die Gewinnziffern sind tiefrot, wie er am Mittwoch bekannt gab.

Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach, hier sein Sitz in Emmenbrücke LU, ist von Corona voll erwischt worden. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach, hier sein Sitz in Emmenbrücke LU, ist von Corona voll erwischt worden. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Die Produktionsunterbrechungen in der europäischen Autoindustrie ab Ende des ersten Quartals 2020 und der Konjunktureinbruch insgesamt belasteten die Stahlnachfrage. So sank die Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 38 Prozent auf 301 Kilotonnen.

Wegen des tieferen Stahlpreises ging der Umsatz gegenüber dem zweiten Quartal 2019 noch stärker zurück, und zwar um knapp 42 Prozent auf 469,9 Millionen. Im ersten Quartal 2020 gaben Absatz und Umsatz noch um 17 Prozent beziehungsweise 20 Prozent nach.

Die Einbrüche beim Absatz und beim Konzernergebnis seien drastisch ausgefallen, lässt sich in der Mitteilung CEO Clemens Iller zitieren. Zusätzlich zu den Stillständen europäischer Automobilproduzenten und ihrer Zulieferer habe sich ab April auch im Maschinen- und Anlagenbau ein negativer Trend bemerkbar gemacht. Dies habe das Unternehmen seinerseits gezwungen, Werke stillzulegen.

Unter diesen Umständen hat S+B im zweiten Quartal 2020 einen massiven Verlust eingefahren. Das adjustierte Betriebsergebnis (EBITDA) war mit -45,8 Millionen Euro deutlich negativer als noch im ersten Quartal, während im Vorjahr noch ein Plus von 40,5 Millionen resultiert hatte. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 159,1 Millionen Euro übrig, nach einem Verlust 13,6 Millionen in der Vorjahresperiode.

Trotz des Verlustes ist es dank einer Kapitalerhöhung und dem Liquiditäts-Management gelungen, die Verschuldung gegenüber Ende 2019 um knapp 22 Prozent auf 624,9 Millionen Euro zu reduzieren. Die Anpassung der Finanzierung an Covid-19 sei mit einer Garantie durch den Ankeraktionär BigPoint auf gutem Weg, heisst es in diesem Zusammenhang.

Der Blick nach vorne ist mehr als vorsichtig. Trotz der ab Mai leicht steigenden Kundenaktivität komme die Nachfrage nur sehr langsam zurück, heisst es. Eine vorsichtige Erholung auf tiefem Niveau werde nicht vor dem vierten Quartal 2020 spürbar sein. Eine verlässliche Schätzung sei aufgrund der bestehenden Unsicherheiten nicht möglich.

(sda)


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