Schweiz im ersten Quartal mit Leistungsüberschuss von 17 Milliarden


News Redaktion
Wirtschaft / 29.06.20 10:01

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im ersten Quartal dieses Jahres über 17 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Der sogenannte Leistungsüberschuss war aber um fast drei Milliarden tiefer als im ersten Quartal 2019.

Schweiz im ersten Quartal mit Leistungsbilanzüberschuss von 17 Milliarden Franken. (Archiv) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Schweiz im ersten Quartal mit Leistungsbilanzüberschuss von 17 Milliarden Franken. (Archiv) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Dies geht aus einer Mitteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Montag hervor. Der kleinere Überschuss ist gemäss der Nationalbank darauf zurückzuführen, dass der Einnahmenüberschuss im Dienstleistungshandel kleiner war als im Vorjahresquartal. Namentlich Lizenzgebühren hätten den Ausschlag gegeben.

Konkret erreichten die gesamten Einnahmen im Berichtszeitraum Januar bis März 2020 einen Wert von 149,5 Milliarden Franken, die Ausgaben lagen bei 132,1 Milliarden, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Montag mitteilte. Dies ergibt einen Leistungsbilanz-Überschuss von 17,4 Milliarden, wobei die Zahlen provisorisch sind und noch relativ stark ändern können.

Dieser Überschuss wiederum errechnet sich aus einem positiven Saldo aus Waren und Dienstleistungen von 20,5 Milliarden, einem mehr oder weniger ausgeglichenen Saldo (+13 Mio) bei den Primäreinkommen (Arbeits- und Kapitaleinkommen) und einem Minus bei den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen) von -3,1 Milliarden.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst, wobei neben dem reinen Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus etc.), Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazu gezählt werden. Das Minus bei den Sekundäreinkommen ist typisch für die Schweiz und ist vor allem auf Geldübertragungen von ausländischen Personen in ihre Heimatländer zurückzuführen.

Die SNB informierte zudem über die Kapitalbilanz - also über jene Geldströme, welche über die Grenze gehen. Dort resultierte ein Nettozugang von 34 Milliarden Franken bei den Aktiven. Die Devisenkäufe der Nationalbank sorgten für höhere Währungsreserven.

Da Geschäftsbanken ihre Verpflichtungen gegenüber Kunden im Ausland erhöhten, fand auf der Passivseite ein Nettoaufbau in Höhe von 35 Milliarden Franken statt.

Das Nettoauslandvermögen schrumpfte gegenüber dem Vorjahresquartal um 67 Milliarden auf 745 Milliarden Franken. Der Rückgang ist laut der SNB tieferen Börsenkursen im Ausland sowie dem schwächeren Euro geschuldet.

(sda)


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