Schweiz wärmer und Mittelland sonniger bei gleichem Niederschlag


News Redaktion
Schweiz / 26.10.21 11:56

Die Schweiz ist wärmer und das Mittelland sonniger geworden. Beim Niederschlag dagegen ist keine grössere Veränderung sichtbar. Das zeigt ein Vergleich der vergangenen 30 Jahre.

Wärmer und sonniger ist die Schweiz in den vergangenen 30 Jahren geworden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/MATTHIAS BALK)
Wärmer und sonniger ist die Schweiz in den vergangenen 30 Jahren geworden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/MATTHIAS BALK)

Die Jahresmitteltemperatur bewegt sich heute zwischen 13 Grad Celsius im Südtessin über Werte zwischen 9 und 10 Grad Celsius im Mittelland bis hin zu Temperaturen deutlich unter -5 Grad in den Regionen über 3000 Metern. Das teilte das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) am Dienstag mit.

Bei der Sonnenscheindauer zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede mit nur rund 40 Prozent relativer Dauer im nordöstlichen Mittelland und bis zu 60 Prozent im Wallis.

Auffällig ist dabei die Zunahme im Mittelland: Hier scheint die Sonne nun 5 bis 10 Prozent länger und tendenziell über das ganze Jahr, mit leicht sonnigeren Frühlingsmonaten.

Wegen der komplexen Topographie variieren auch die Niederschlagsmengen in der Schweiz räumlich sehr stark.

In den grossen inneralpinen Tälern wie dem Wallis oder dem Engadin fällt zum Teil deutlich weniger als 1000 mm Niederschlag pro Jahr, während am Alpennordhang und im Tessin teilweise mit 2000 mm und mehr gerechnet werden muss. Die Niederschlagsereignisse verteilen sich dabei im Tessin auf gut 100 Tage, am Alpennordhang hingegen regnet oder schneit es an 150 und mehr Tagen pro Jahr.

Zur Einordnung des aktuellen Witterungsgeschehens verwendet Meteoschweiz nach eigenen Angaben eine Vergleichsperiode von 30 Jahren. Die Wahl dieser sogenannten Normperiode richtet sich nach den Vorgaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Die jüngste Normperiode 1991-2020 ist seit Ende 2020 abgeschlossen und wird zum Januar 2022 eingesetzt.

Um das Klima einer Region zu beschreiben, werden meteorologische Messgrössen wie Temperatur, Niederschlag oder Sonnenscheindauer als Normwerte analysiert. Die Normperiode wird nach Vorgaben der WMO alle zehn Jahre nachgerückt, um die jüngsten Veränderungen im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Klimawandel in die Berechnung der Normwerte einzubeziehen.

Die Verwendung der neuen Normwerte führt laut Meteoschweiz dazu, dass einzelne Monate, Jahreszeiten oder Jahre, besonders was die Temperatur betrifft, anders eingestuft werden als im Vergleich zur alten Referenzperiode.

Der kühle und verregnete Sommer 2021 (Juni bis August) sei zum Beispiel im Vergleich mit 1981-2010 rund 0,5 Grad zu warm, während er im Vergleich mit der neuen Periode 0,1 Grad kühler gewesen sei.

(sda)


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