Schweizer Bahnvierer greift nach dem Olympia-Ticket


News Redaktion
Sport / 26.02.20 04:03

Der Schweizer Bahnvierer gehört an den am Mittwoch beginnenden Weltmeisterschaften in Berlin zu den Medaillenkandidaten. In erster Linie geht es aber darum, die Olympia-Qualifikation sicherzustellen.

Die Entwicklung des Schweizer Bahnvierers ist beeindruckend: Zwischen Januar 2019 und Januar 2020 wurde der Landesrekord über 4000 m um fast fünf Sekunden verbessert (FOTO: KEYSTONE/AP PA/JOHN WALTON)
Die Entwicklung des Schweizer Bahnvierers ist beeindruckend: Zwischen Januar 2019 und Januar 2020 wurde der Landesrekord über 4000 m um fast fünf Sekunden verbessert (FOTO: KEYSTONE/AP PA/JOHN WALTON)

Die Ausgangslage vor dem letzten Wettkampf einer langen und komplizierten Qualifikationsphase ist klar: Schafft der Schweizer Bahnvierer in der Qualifikation am Mittwochnachmittag den Sprung unter die besten acht, hat Swiss Cycling den Quotenplatz für Tokio in der Tasche und damit eine Menge Sicherheit. In diesem Fall würde der Schweiz auch ein Olympia-Startplatz im Madison zustehen.

Der Schweizer Bahnvierer, der als Aushängeschild von Swiss Cycling gilt, hat in der Mannschaftsverfolgung in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht. Seit Januar 2019 wurde der Landesrekord über die 4000 m um fast fünf Sekunden verbessert. Beim ersten Schweizer Weltcupsieg im letzten Dezember in Neuseeland blieb das Schweizer Quartett um Robin Froidevaux, Claudio Imhof, Stefan Bissegger und Lukas Rüegg erstmals unter 3:50 Minuten.

Das Schweizer Bahn-Kader hat nicht nur an Qualität, sondern auch an Quantität dazugewonnen. In der abgelaufenen Weltcup-Saison kamen in der Mannschaftsverfolgung neun verschiedene Fahrer zum Einsatz. Das ist das Resultat einer Aufbauarbeit über zehn Jahre, sagt Nationaltrainer Daniel Gisiger, der bei der WM-Selektion die Qual der Wahl hatte.

Der Ende Jahr in den Ruhestand gehende Bieler hat seine Formation mittlerweile gefunden. Froidevaux, Imhof, Bissegger und Cyrille Thiéry sollen für die Schweiz bei den Titelkämpfen in Berlin die Kohlen aus dem Feuer holen. Thiéry klagte in der Vorbereitung zwar über muskuläre Probleme im Oberschenkel, einem Einsatz des Romands dürfte aber nichts im Wege stehen.

Mit der Referenz des auf 3:49,982 Minuten gesenkten Schweizer Rekords hat das Quartett durchaus Chancen, zum dritten Mal nach 1977 und 1978 (jeweils Bronze) eine WM-Medaille zu gewinnen. Voraussetzung dafür ist das Überstehen der Qualifikation. In der darauffolgenden Hauptrunde werden am Mittwochabend die Plätze für die Finals und Klassierungsrennen ausgefahren, wobei nur die schnellsten vier Teams aus der Qualifikation noch Chancen auf Gold und Silber haben. Der Nationaltrainer Daniel Gisiger rechnet mit einer Platzierung zwischen 3 und 6. Alles sei jedoch sehr nah beisammen. Es geht wirklich nur um Details.

Auch in anderen Disziplinen wie etwa dem Mehrkampf-Format Omnium (mit Théry Schir) darf sich das zehnköpfige Schweizer WM-Team noch berechtigte Hoffnungen auf eine Olympia-Qualifikation machen. Bei den Frauen fahren Léna Mettraux/Aline Seitz (im Madison) und Andrea Waldis (im Omnium) um wichtige Punkte.

(sda)


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