Schweizer Detailhandel dank WM und Hitze im Aufwind


Roman Spirig
Wirtschaft / 09.08.18 12:19

Der Schweizer Detailhandel hat sich in der ersten Jahreshälfte 2018 weiter erholt. Die Fussball-Weltmeisterschaft und das warme Wetter sorgten für Aufwind. Laut dem Marktforschungsunternehmen GFK setzten die Detailhändler 1,1 Prozent mehr um.

Schweizer Detailhandel dank WM und Hitze im Aufwind  (Foto: KEYSTONE /  / )
Schweizer Detailhandel dank WM und Hitze im Aufwind (Foto: KEYSTONE / / )

Einzig beim Modehandel ging es weiter bergab. Der Nonfood-Handel stagnierte praktisch mit einem Minus von 0,3 Prozent. Grund dafür waren weitere Einbrüche im Modehandel, dort ging zuletzt der Nachfolger von Charles Vögele, der OVS-Ladenbetreiber Sempione Fashion, Pleite.

Bis auf Fashion/Style konnten aber alle erhobenen Nonfood-Märkte leicht wachsen, wie das GFK am Donnerstag mitteilte. Warengruppen wie Sportbekleidung, Fernseher oder Beamer profitierten dabei von der WM. Um 2,0 Prozent wachsen konnte der Lebensmittelhandel (Food und Near Food).

Insgesamt könne nach dem guten Ergebnis des ersten Halbjahres mit einem leichten Plus für das Gesamtjahr 2018 gerechnet werden, prognostiziert das GFK.

Allerdings gibt das Institut zu bedenken, dass die erste Jahreshälfte eine schwache Vorjahresvorlage hatte und das warme Sommerwetter im Mai und Juni die Märkte positiv beeinflusste. Das zweite Semester werde anspruchsvoller, da sich die Märkte bereits ab Herbst 2017 entspannt hatten und damit die Vergleichsbasis höher ist.

Der Detailhandel war stark vom Frankenschock getroffen worden, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2015 den Euro-Mindestkurs aufgehoben und der Franken sich zum Euro deutlich aufgewertet hatte. In der Folge fuhren die Konsumenten vermehrt zum Einkaufen ins nahe und günstigere Ausland. Zudem machte vielen Branchen auch die Konkurrenz des ausländischen Onlinehandels zu schaffen.

Jüngst hat allerdings der wirtschaftliche Aufschwung auch dem Detailhandel zu Aufwind verholfen. Die Nachfrage steigt wieder. Und auch beim Wechselkurs hat sich die Lage etwas entspannt. Das spiegelt sich auch in den wieder anziehenden Preisen: Die Teuerung nahm in den letzten Monaten leicht zu und betrug im Juni 1,1 Prozent. Für 2018 und 2019 prognostiziert das Bundesamt für Statistik neu eine Teuerung zwischen 0,8 und 1,0 Prozent.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schwyzer Polizisten ziehen mehrere Führerausweise ein
Events

Schwyzer Polizisten ziehen mehrere Führerausweise ein

Die Kantonspolizei Schwyz hat fünf Verkehrsteilnehmern den Führerausweis abgenommen. Sie waren alle unter Drogeneinfluss unterwegs. In Brunnen prallte ein 21-jähriger Autofahrer rückwärts in ein parkiertes Motorrad.

Weitere gewichtiger Fehler beim Post-E-Voting-System entdeckt
Schweiz

Weitere gewichtiger Fehler beim Post-E-Voting-System entdeckt

Beim künftigen E-Voting-System der Post ist ein weiterer Fehler bei der universellen Verifizierbarkeit aufgedeckt worden. Er bestätigt laut der Bundeskanzlei den Handlungsbedarf. Der Zertifizierungs- und Zulassungsprozess wird überprüft.

Mehr Straftaten in Nid- und Obwalden, weniger in Uri
Regional

Mehr Straftaten in Nid- und Obwalden, weniger in Uri

Während die polizeilich registrierten Straftaten in den Kantonen Nid- und Obwalden im vergangenen Jahr zugenommen haben, kann der Kanton Uri einen Rückgang der Straftaten verzeichnen. In allen drei Kantonen nahm die Cyberkriminalität weiter zu.

Glarner Versicherung mit Verlusten und gescheitertem IT-Projekt
Regional

Glarner Versicherung mit Verlusten und gescheitertem IT-Projekt

Die Glarner Gebäudeversicherung (glarnerSach) hat das letzte Geschäftsjahr mit Verlusten in beiden Versicherungsbereichen abgeschlossen. Die Abwärtsbewegung an den Börsen sei dafür verantwortlich gewesen, hiess es. Kein Glück hatte das Unternehmen zudem mit einem Digitalisierungsprojekt.