Schweizer Exporte weiter auf Rekordniveau, Importe noch nicht


News Redaktion
Wirtschaft / 19.10.21 08:19

Die Schweizer Wirtschaft setzt längst wieder mehr Waren ins Ausland ab als vor der Coronakrise. Bei den Importen ist das anders.

Die Schweizer Exporte lagen im September leicht unter dem Rekordniveau vom August. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP dapd/PHILIPP GUELLAND/DDP)
Die Schweizer Exporte lagen im September leicht unter dem Rekordniveau vom August. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP dapd/PHILIPP GUELLAND/DDP)

Ein Grossteil der Schweizer Exportwirtschaft kann die Coronakrise definitiv abhaken. Im dritten Quartal setzte sie Waren im Wert von 63,1 Milliarden Franken ins Ausland ab (saisonbereinigter Wert), wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Dienstag mitteilte.

Das waren 3,7 Prozent mehr als im Vorquartal, als erstmals die 60-Milliarden-Marke geknackt worden war. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise, im zweiten Quartal 2020, waren die Ausfuhren auf unter 50 Milliarden gesunken.

Auch die Importe haben sich von der Krise erholt. Im dritten Quartal kamen sie bei 50,6 Milliarden zu liegen, nachdem sie im Coronatief auf fast 40 Milliarden abgerutscht waren. Der Handelsbilanzüberschuss hat in der Folge mit 12,6 Milliarden einen Rekordwert erreicht.

Im Gegensatz zu den Exporten gab es bei den Importen noch keine neuen Bestmarken. Eine mögliche Erklärung dafür sind die Lieferengpässe, sagte Matthias Pfammatter von der Zollverwaltung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Das dürfte sich auf die eine oder andere Branche auswirken.

Besonders augenfällig ist die Entwicklung bei den Autoimporten. Diese bildeten sich im dritten Quartal zum dritten Mal in Folge zurück und erreichten noch ein Volumen von gut 2,1 Milliarden zurück. Das Vorkrisenniveau von um die 2,7 Milliarden ist damit in weite Ferne gerückt.

Bekanntlich hat die Autoindustrie wegen des Mangels an Computerchips grosse Lieferschwierigkeiten. Namhafte Hersteller haben deswegen ihre Produktion gedrosselt oder sogar ganze Fabriken stillgelegt.

Doch auch bei den Exporteuren ist das Bild nicht einheitlich. So nähert sich die Maschinen- und Elektroindustrie dem Vor-Corona-Niveau erst wieder an, wie die Zollverwaltung weiter mitteilte. Andere, etwa die Uhrenindustrie und die Hersteller von Präzisionsinstrumenten, feiern derweil bereits neue Bestmarken.

Stark geprägt wird das Gesamtbild ausserdem von den Pharmaexporten, die gut die Hälfte der gesamten Schweizer Ausfuhren ausmachen. Hier boomte insbesondere der Absatz immunologischer Produkte, die gegenüber dem Vorquartal um 8,2 Prozent in die Höhe schnellten. Dazu beigetragen hat laut Experten der Lonza-Effekt. Der Konzern stellt bekanntlich im Wallis den Wirkstoff für den Moderna-Impfstoff her.

Uneinheitlich war das Bild auch, was die Exportregionen angeht. Besonders gut lief der Absatz nach Nordamerika (+8,0%), was laut der Zollverwaltung vor allem mit höheren Pharma- und Chemiexporten in diese Region zu tun hatte. Die Exporte nach Asien nahmen hingegen nur um 1 Prozent zu.

Die Ausfuhren nach Europa nahmen derweil um 4,2 Prozent zu. Allerdings gab es auch hier Unterschiede. So fügt sich insbesondere das wichtigste europäische Absatzland Deutschland mit einem Rückgang von 3,4 Prozent nicht ins Gesamtbild.

(sda)


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