Schweizer Salinen sistieren umstrittenes Salzförderungsprojekt


News Redaktion
Schweiz / 30.06.20 11:10

Die Schweizer Salinen legen ihre umstrittenen Pläne für die Salzförderung unter der Rütihard in Muttenz BL auf Eis. Das Projekt wird für mindestens 20 Jahre sistiert.

Die Schweizer Salinen müssen ohne Salz aus der Rütihard in Muttenz BL auskommen. Das Projekt wird für mindestens 20 Jahre sistiert. (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Die Schweizer Salinen müssen ohne Salz aus der Rütihard in Muttenz BL auskommen. Das Projekt wird für mindestens 20 Jahre sistiert. (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Das den Schweizer Kantonen und Liechtenstein gehörende Unternehmen gab diesen Entscheid am Dienstag bekannt. Als Grund wurden in einem Communiqué regionalpolitische Unsicherheiten und Verzögerungen bei der Planung für das neue Fördergebiet genannt. Für dieses waren 2019 erste Sondierbohrungen durchgeführt worden.

Gegen das Vorhaben wehrt sich namentlich die Interessengemeinschaft Rettet die Rütihard, die von der Fondation Franz Weber unterstützt wird. Die Gegner befürchten, dass ein Salzabbau von bis zu 50 Jahren in diesem Landschaftsschutzgebiet irreparable Schäden anrichtet und ein einzigartiges stadtnahes Erholungsgebiet verschandelt. Zudem verweisen die Gegner auf geologische Risiken.

Aufgrund der intensiven öffentlichen Diskussionen über den Salzabbau unter der Rütihard hatten der Bürgerrat und der Gemeinderat von Muttenz zudem ein Dialogverfahren lanciert. Ihrer Ansicht nach lagen über das Vorhaben nicht genügend Informationen vor für eine sorgfältige Meinungsbildung.

Inzwischen ist den Schweizer Salinen das unternehmerische Risiko für das Rütihard-Projekt zu gross geworden. Der Verwaltungsrat beauftragte daher die Geschäftsleitung aufzuzeigen, wie die Versorgungssicherheit der Schweiz ohne das bisher eingeplante Rütihard-Salz sichergestellt werden kann.

Geprüft werden in den nächsten Monaten verschiedene Szenarien innerhalb und ausserhalb der bestehenden Konzessionsgebiete, wie aus der Mitteilung hervorgeht. In Erwägung gezogen wird auch der Import von Salz. Allerdings sei die Versorgung der Schweiz mit Salz aus heimischer Produktion ökologisch und ökonomisch nachweislich besser, halten die Schweizer Salinen fest.

Deshalb strebt das Unternehmen auch eine Verlängerung der auslaufenden Konzessionsverträge mit den Kantonen Baselland und Aargau an. Die bisherigen Vereinbarungen laufen 2025 aus.

Nach Ansicht des Baselbieter Finanzdirektors Anton Lauber soll die Rütihard im Konzessionsgebiet verbleiben. Frühestens in 20 Jahren solle die kommende Generation die Möglichkeit haben, Vorzüge und Nachteile einer regionalen Salzgewinnung und -produktion unter neuen Vorzeichen zu beurteilen, hält Lauber im Communiqué fest.

Die Schweizer Salinen produzieren jährlich bis zu 600000 Tonnen Salz. An seinen Standorten Riburg AG, Schweizerhalle BL und Bex VD beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeitende.

(sda)


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