Schweizer überschreiten die Belastbarkeitsgrenze des Planeten dreifach!


Roman Spirig
Schweiz / 10.09.18 20:17

Die Umweltbelastung durch die Schweiz übersteigt das für den Planeten verträgliche Mass um das Dreifache. Im Inland geht es der Umwelt zwar besser als vor 20 Jahren. Dafür leidet sie aber umso mehr im Ausland, wie eine Studie des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zeigt.

Schweizer überschreiten die Belastbarkeitsgrenze des Planeten dreifach!  (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)
Schweizer überschreiten die Belastbarkeitsgrenze des Planeten dreifach! (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)

Dank technischem Fortschritt und gesetzlichen Vorgaben leidet die Umwelt in der Schweiz heute weniger als vor 20 Jahren. Wegen importierten Produkte belasteten Schweizerinnen und Schweizer jedoch insbesondere die Umwelt im Ausland, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) heute Montag mit. Die Gesamtumweltbelastung pro Kopf, für die die Schweiz verantwortlich sei, überschreite das für den Planeten verträgliche Mass um mehr als das Dreifache.

Mit der Studie untersuchten Forschende, welche Auswirkungen der Konsum von Dienstleistungen und Gütern sowie die daran gebundenen Produktionsschritte auf die Umwelt im In- und Ausland haben. Dabei ging es unter anderem um die Fussabdrücke für Treibhausgas-Emissionen, den Verlust an Artenvielfalt und den Wasserverbrauch.

Von 1996 bis 2015 sei die Umweltbelastung der Schweiz pro Kopf um 19 Prozent gesunken. Dies aber vor allem durch Fortschritte im Inland, hiess es. Drei Viertel der gesamten Umweltbelastung durch die Schweiz betreffen demnach das Ausland.

Zwar gingen beispielsweise die Treibhausgas-Emissionen im Inland zurück, diese Reduktion wurde aber durch zusätzliche Emissionen im Ausland wieder wettgemacht. 2015 betrug der Treibhausgas-Ausstoss der Schweiz pro Kopf 14 Tonnen CO2-Äquivalente, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt. Ein verträgliches Mass läge für 2015 bei 0,6 Tonnen pro Person.

Durch den Konsum von Importgütern hat zudem der Druck auf die Artenvielfalt in den produzierenden Ländern zugenommen. Besonders betroffen sind Länder, wo intensive Landwirtschaft einer - noch - hohen Artenvielfalt gegenüberstehen. Durch den Verlust an Lebensraum durch Landnutzung verschwinden mehr und mehr bedrohte Arten.

Auch der Wasser-Fussabdruck der Schweiz im Ausland hat sich laut der Studie deutlich verschlechtert. Gemeint ist der Wasserverbrauch für landwirtschaftliche Produkte mit Blick auf die Knappheit in den jeweiligen Herkunftsländern. Dieser sei von 1996 bis 2015 um 40 Prozent gestiegen.

Den grössten Einfluss auf den Umwelt-Fussabdruck der Schweiz haben die Bereiche Wohnen, Mobilität und Ernährung. So könne jeder und jede einen Beitrag leisten, zum Beispiel mit weniger Flugreisen und einen reduzierten Konsum tierischer Produkte, da dies die Treibhausgas-Emissionen reduzieren würde.

Auch die Energiestrategie 2050 soll die Umweltbelastung weiter reduzieren durch mehr Energieeffizienz von Gebäuden und den Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen.

(sda)


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