Schwyzer Parlament legt sich mit dem Wolf an


News Redaktion
Regional / 23.11.22 17:12

Der Schwyzer Kantonsrat will den Wolfsbestand regulieren - und mit einer Standesinitiative Druck auf Bundesbern ausüben.

Der Schwyzer Kantonsrat will weniger wilde Wölfe. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA EFE/J.L. CEREJIDO)
Der Schwyzer Kantonsrat will weniger wilde Wölfe. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA EFE/J.L. CEREJIDO)

Mit 65 zu 19 Stimmen hat das Parlament am Mittwoch das SVP-Postulat "Standesinitiative: Schutz vor Grossraubtieren" erheblich erklärt. Der Regierungsrat zeigte sich zwar einverstanden mit dem Inhalt des Vorstosses. Er sprach sich jedoch gegen die Erheblicherklärung aus, weil auf Bundesebene bereits eine Revision des Jagdgesetzes in Gang sei.

Nach Ansicht von SVP, FDP und Mitte ist eine Regulierung des Wolfbestandes dringend nötig. Auch im Kanton Schwyz sei die Entwicklung Besorgnis erregend, es gebe immer wieder Sichtungen von Wölfen. Die Sicherheit von Herden und Menschen sei zunehmend in Frage gestellt.

Landwirte könnten teilweise gar nicht mehr auf die Alp, sagte einer der Postulanten aus der SVP. Einzelne Wölfe kämen immer näher an besiedelte Gebiete und hätten keine Scheu mehr vor Menschen. Die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes müsse gestoppt werden. "Ansonsten ist es nur eine Frage der Zeit, bis Menschen und dabei vielleicht sogar Kinder zu Schaden kommen", warnte der Postulant.

Ein Sprecher der SP sagte, dass die SVP mit den Wölfen ein neues Wahlkampfthema gefunden habe. Die SP stellte sich gegen die Erheblicherklärung des Postulats, wie auch die Grünliberalen, zumal es bereits Bestrebungen gebe, das Problem in den Griff zu bekommen.

Die Mitte wies darauf hin, dass ihr Ständerat Othmar Reichmuth in Bundesbern vor einiger Zeit eine Parlamentarische Initiative zur aktiven Regulierung des Wolfbestandes lanciert habe. Die mit dem Vorstoss von Reichmuth verbundene Gesetzesänderung sei auf gutem Weg. Eine Standesinitiative renne zwar offene Türen ein, so die Mitte, es könne allerdings nicht schaden, den Druck aus Schwyz aufrechtzuerhalten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Polen verlegt eigene Patriots nach Warschau
International

Polen verlegt eigene Patriots nach Warschau

Die polnische Armee hat ihre eigenen Patriot-Raketensysteme auf den militärisch genutzten Flugplatz im Warschauer Stadtteil Bemowo verlegt, wo sie vorerst stationiert bleiben. Das gab Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Sonntag bekannt. Er rief damit in Erinnerung, dass es in Polen abgesehen von den inzwischen eingetroffenen deutschen auch bereits andere einsatzbereite Patriot-Systeme gibt.

Vogelgrippe bei Säugetieren in Europa ist
Schweiz

Vogelgrippe bei Säugetieren in Europa ist "besorgniserregend"

Fachleute des Bundes stufen Fälle von Vogelgrippe bei Säugetieren in Europa als besorgniserregend ein. Einen Grund zur Panik gebe es in der Schweiz aber nicht, so eine Expertin.

SP-Kantonalpräsident David Roth kandidiert auch für den Nationalrat
Regional

SP-Kantonalpräsident David Roth kandidiert auch für den Nationalrat

Der Präsident der SP Luzern, David Roth, kandidiert nicht nur für den Ständerat, sondern auch für den Nationalrat. Roth wurde am Samstag in Willisau von den Delegierten zusammen mit acht weiteren Personen für die Wahlen vom 22. Oktober nominiert, wie die SP Kanton Luzern am Sonntag mitteilte.

21-Jähriger kracht im Toggenburg in Schaufenster
Schweiz

21-Jähriger kracht im Toggenburg in Schaufenster

Ein 21-Jähriger ist am frühen Samstagmorgen in Wattwil SG mit dem Auto eines Kollegen in ein Schaufenster gefahren. Der junge Mann hatte nach Polizeiangaben keinen Führerausweis und war in fahrunfähigem Zustand.