Schwyzer Regierungsrat legt Grundzüge seiner Klimapolitik dar


News Redaktion
Regional / 22.12.22 08:29

Der Schwyzer Regierungsrat will in den nächsten zehn Jahren seine Klimapolitik verstärken, damit bei den Treibhausgasen bis 2050 netto Null erreicht werden kann. Er hat am Donnerstag seine Energie- und Klimaplanung 2022+ in die Vernehmlassung geschickt.

Der Schwyzer Umweltdirektor Sandro Patierno (Mitte) will mehr für das Klima tun. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der Schwyzer Umweltdirektor Sandro Patierno (Mitte) will mehr für das Klima tun. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Kanton Schwyz betreibe zwar seit zehn Jahren eine "aktive Energiepolitik", teilte das Umweltdepartement mit. Es hätten aber nur wenige der gesteckten Ziele erreicht werden können. Genannt werden im Bericht etwa die Ziele bei der Eigenversorgung oder die Senkung des Energieverbrauchs pro Kopf.

Gleichzeitig seien die Folgen des Klimawandels immer deutlicher zu sehen, heisst es in der Mitteilung. Die Sommer würden trockener und heisser, die Niederschläge seien heftiger, die Winter aber schneeärmer.

Der Regierungsrat will deswegen seine auslaufende Energiestrategie mit dem Thema Klima ergänzen. Der Bericht enthält 14 Handlungsfelder mit 34 Massnahmen und zehn Empfehlungen. Nicht alles ist neu. Der Bericht enthalte neben neuen Ansätzen auch etablierte Abläufe und Projekte, so dass eine Kontinuität erreicht werde.

Der Regierungsrat beschränkt sich im Bericht auf die nächsten zehn Jahre, weil ein längerfristiger Horizont bis 2050 wegen den rasch ändernden Rahmenbedingungen wenig sinnvoll sei.

Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, wird Erdöl und Erdgas durch Strom ersetzt werden müssen. Der Regierungsrat geht in dem Bericht davon aus, dass der Kanton bis 2050 11 Prozent mehr Strom brauchen wird. Dieser relativ geringe Zuwachs, der hauptsächlich erst nach 2030 einsetzen dürfe, sei aber nur möglich, wenn auch die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden könne, hiess es.

Der Bericht setzt das Ziel, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien auf 51 Prozent gesteigert werden kann. Gleichzeitig soll der Endenergieverbrauch um 11 Prozent gesenkt werden.

Vor allem die Photovoltaik soll zugebaut werden, der Kanton will dabei bei den eigenen Gebäude mit gutem Beispiel vorangehen. Drei Viertel der Neuwagen im Kanton Schwyz sollen bis 2030 nicht mehr mit Benzin oder Diesel fahren.

Die Umsetzung der Klimastrategie dürfte den Kanton in den Jahren 2023 bis 2030 rund 53 Millionen Franken kosten. Dabei geht es vor allem um staatliche Zuschüsse an energetische Gebäudesanierungen und um die Dekarbonisierung der Mobilität. Weitere Kosten dürften beim Ausbau des Bus- und Bahnangebots anfallen sowie für Investitionen. Ein Nicht-Handeln wäre aber noch teurer, hiess es im Bericht.

Die Klimapolitik wird aber auch die Volkswirtschaft verändern. Um die Energie- und Klimaplanung 2022+ umzusetzen, würden im Kanton Schwyz Private, Unternehmen und die öffentliche Hand investieren, hiess es im Bericht. Das Potential für Innovationen im Kanton werde erhöht.

Der Regierungsrat erwartet ferner, unabhängig vom eigentlichen Klimathema, positive Auswirkungen auf die Umwelt. Die Belastung durch Lärm sowie die Belastung der Luft durch Feinstaub, Ozon oder Stickstoffoxide würden abnehmen. Dies könne auch dazu führen, dass die Bevölkerung weniger Gesundheitsprobleme habe.

Im Bericht wird aber auch auf mögliche soziale Folgen hingewiesen. Steigende Energiepreise oder die Anschaffung von Elektrofahrzeugen könnten Haushalte mit geringem Einkommen belasten.

(sda)


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