Selenskyj prangert russische Blockade von Getreideexporten an


News Redaktion
Wirtschaft / 21.01.23 12:44

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine fortdauernde Blockade von Getreidelieferungen durch Russland angeprangert. Derzeit könnten mehr als 100 Schiffe auf dem Bosporus in der Türkei ihre Fahrt nicht fortsetzen.

Die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine funktioniert nicht wie geplant: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/EFREM LUKATSKY)
Die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine funktioniert nicht wie geplant: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP/EFREM LUKATSKY)

Die dortigen russischen Vertreter verweigerten die vereinbarten gemeinsamen Inspektionen, sagte Selenskyj am Samstag in einer Videobotschaft an eine internationale Agrarministerkonferenz in Berlin. Die Schiffe würden "wochenlang" aufgehalten, kritisierte er.

Unter Vermittlung der Uno und der Türkei war im Juli ein Abkommen unterzeichnet worden, um die sichere Ausfuhr von ukrainischem Getreide durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer zu ermöglichen. Dieses Abkommen wurde dann im November um vier Monate verlängert. Es sieht gemeinsame Inspektionen der Ladung der Getreidefrachter durch Vertreter der Uno, der Türkei, Russlands und der Ukraine vor.

Selenskyj lobte in seiner Grussbotschaft, dass durch das Abkommen "Millionen von Tonnen ukrainischer Produkte zurück auf den Weltmarkt gebracht" worden seien. Wegen der Fortdauer des russischen Angriffskriegs und der russischen Blockadeaktionen sei das Volumen der ukrainischen Lebensmittelexporte aber immer noch um die Hälfte geringer als vor dem Krieg, als das Gesamtvolumen dieser Ausfuhren bei 6,5 Millionen Tonnen monatlich gelegen habe.

Dies führe zum Rückgang der Lebensmittelversorgung von mindestens 200 Millionen Menschen in Afrika, Asien und Europa, fuhr der ukrainische Präsident fort. Er appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, sie brauche "mehr Entschlossenheit und mehr Kooperation, um die Aggression zu stoppen, die den Nahrungsmittelmarkt ruiniert".

Ohne den russischen Präsidenten Wladimir Putin beim Namen zu nennen, fügte Selenskyj hinzu, die Weltgemeinschaft müsse "jeden Tyrannen zu Rechenschaft ziehen, der versucht, aus dem Hunger ein Instrument des politischen Einflusses zu machen".

Zu der Agrarministerkonferenz an diesem Samstag in Berlin wurden die Ressortchefs und -chefinnen aus mehr als 70 Staaten erwartet. Die Konferenz wurde anlässlich der Agrarmesse Grüne Woche ausgerichtet.

(sda)


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