Sie geht: Postchefin Susanne Ruoff wegen Postauto-Skandal zurückgetreten


Roman Spirig
Schweiz / 10.06.18 20:01

Post-Chefin Susanne Ruoff ist am Freitag wegen des Buchungsskandals bei Postauto per sofort zurückgetreten. Sie übernehme die Verantwortung für die Umtriebe in dem Unternehmenszweig, teilte die von ihr beauftragte Kommunikationsagentur am Sonntagabend mit.

Sie geht: Postchefin Susanne Ruoff wegen Postauto-Skandal zurückgetreten  (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)
Sie geht: Postchefin Susanne Ruoff wegen Postauto-Skandal zurückgetreten (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)

Ruoff habe nach Einsicht in die Untersuchungsberichte festgestellt, dass es zwischen 2007 und 2015 Hinweise auf die widerrechtliche Buchungspraxis bei Postauto gegeben habe, schreibt die Kommunikationsagentur Christine Maier in einem Communiqué.

Es gebe zwar keine Beweise, dass Ruoff von der Praxis Kenntnis hatte. Ruoff hält "deutlich" fest, dass sie nichts von den fiktiven Buchungen gewusst habe, die auch schon vor ihrer Zeit als Chefin getätigt worden waren. Sie habe sich auf interne und externe Kontrollen verlassen.

Als Konzernleiterin des drittgrössten Konzerns der Schweiz übernehme sie aber "selbstverständlich die Gesamtverantwortung". Den Informationen zufolge besprach sie sich auch mit dem Verwaltungsrat. "Für die Vorfälle und die Unruhe bei Postauto möchte ich mich persönlich entschuldigen", lässt sich Ruoff zitieren.

Die Ergebnisse der externen Untersuchung will die Post am Montag vor den Medien präsentieren. Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Neben der posteigenen Untersuchung ist zur Postauto-Affäre ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Der Bundesrat hat auf Antrag des Verkehrsdepartements (Uvek) das Bundesamt für Polizei (Fedpol) damit betraut.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Emmen kann Schulhaus Erlen erweitern
Regional

Emmen kann Schulhaus Erlen erweitern

Die Gemeinde Emmen kann wie geplant das Schulhaus Erlen um einen Trakt erweitern. Wie sie am Mittwoch mitteilte, hat das Bundesgericht eine Beschwerde gegen die Baubewilligung vom November 2017 abgelehnt.

St. Galler Staatsrechnung mit 192-Millionen-Überschuss
Regional

St. Galler Staatsrechnung mit 192-Millionen-Überschuss

Dem Kanton St. Gallen geht es finanziell gut: Die Staatsrechnung 2018 schliesst mit einem Überschuss von 192 Millionen Franken. Budgetiert war ein ausgeglichenes Ergebnis. Die Steuereinnahmen fielen deutlich höher aus als erwartet.

Schweizer Passagierschiff Edelweiss der Scylla aus Baar und Frachtschiff zusammengestossen
International

Schweizer Passagierschiff Edelweiss der Scylla aus Baar und Frachtschiff zusammengestossen

Das Schweizer Passagierschiff MS Edelweiss der Reederei Scylla mit Sitz in Baar und ein Frachtschiff sind auf der Waal im niederländischen Nimwegen zusammengestossen. Die Gäste kamen mit dem Schrecken davon. Niemand wurde verletzt.

Nidwaldner Staatsrechnung 2018 besser als erwartet
Regional

Nidwaldner Staatsrechnung 2018 besser als erwartet

Die Nidwaldner Staatsrechnung weist für 2018 ein operatives Defizit von 3,2 Millionen Franken aus. Budgetiert war ein Fehlbetrag von 18,1 Millionen Franken, der durch die Entnahme von 14,5 Millionen Franken aus finanzpolitischen Reserven auf 3,6 Millionen Franken hätte gesenkt werden sollen. Auf diese Massnahme konnte nun verzichtet werden.