SNB-Chef Jordan: Weitere Zinsstraffung ist wahrscheinlich notwendig


News Redaktion
Wirtschaft / 22.06.22 17:36

Die Wirtschaft fürchtet angesichts der hohen Inflationsraten eine Rezession. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) reagierte jüngst mit einer überraschend starken Zinserhöhung und will bei Bedarf weitere Schritte folgen lassen.

Die überraschende starke Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. SNB-Chef Thomas Jordan hält eine weitere Straffung der Geldpolitik für wahrscheinlich notwendig. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Die überraschende starke Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. SNB-Chef Thomas Jordan hält eine weitere Straffung der Geldpolitik für wahrscheinlich notwendig. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

"Wir haben eine neue Inflationsprognose veröffentlicht. Wenn man sie richtig interpretiert, sieht man, dass wahrscheinlich eine weitere Straffung notwendig ist", sagte SNB-Chef Thomas Jordan am Mittwoch an einer Konferenz in Zürich.

"Wir wissen nicht genau, wann und wie viel, aber dieser Inflationsdruck ist noch nicht vollständig bekämpft." Einen Zeitrahmen nannte Jordan nicht: "Wir werden erst abwarten, ob die bereits ergriffenen Massnahmen ausreichen oder es weiterer Eingriffe bedarf", betonte er.

Die Situation dürfte noch eine Weile angespannt bleiben, führte Jordan aus. "Denn die Lage ist momentan sehr kompliziert und verlangt nach durchdachten Massnahmen", sagte er am "Point Zero Forum".

Nicht nur global gesehen sei die Kombination aus hohen Geldmengen und den derzeit sehr schwierigen Marktkonditionen wie Lieferketten- und Nachfrageschocks eine gefährliche Mischung: "Die SNB sieht durchaus Risiken, dass die hohen Energiepreise zu sekundären und tertiären Preiseffekten führen können", erklärte Jordan. Daher habe man sich auch zu einem ersten starken Zinsschritt durchgerungen.

Der Inflationsdruck dürfte indes noch nicht so schnell verschwinden. Schlussendlich habe die Geldpolitik ja keinen Einfluss auf die Energiepreise oder die Lieferkettenprobleme.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dunkle Wolken über dem Schweizer Synchronschwimmen
Sport

Dunkle Wolken über dem Schweizer Synchronschwimmen

Über dem Schweizer Synchronschwimmen hängen dunkle Wolken. Gemäss Schweizer Radio und Fernsehen SRF herrschen in der Abteilung von Swiss Aquatics Chaos und Vetternwirtschaft.

Santhera-Verwaltungsratspräsident Schnee tritt zurück
Wirtschaft

Santhera-Verwaltungsratspräsident Schnee tritt zurück

Beim Pharmaunternehmen Santhera kommt es zu einem Wechsel im Präsidium des Verwaltungsrates. Der bisherige Verwaltungsrat Elmar Schnee tritt an der Generalversammlung vom Donnerstag (30. Juni) nicht mehr zur Wiederwahl an. Nachfolgen soll Thomas Meier.

Konsumstimmung in Frankreich auf Neunjahrestief
Wirtschaft

Konsumstimmung in Frankreich auf Neunjahrestief

Die Stimmung der französischen Konsumenten hat sich im Juni weiter eingetrübt. Gegenüber dem Vormonat fiel der Indikator des Statistikamts Insee um 3 Punkte auf 82 Zähler.

Streit um Nato-Beitritt von Schweden und Finnland gelöst
International

Streit um Nato-Beitritt von Schweden und Finnland gelöst

Die Türkei hat ihren Widerstand gegen die Aufnahme von Schweden und Finnland in die Nato aufgegeben. Die Türkei werde während des Nato-Gipfels in Madrid die Einladung an Finnland und Schweden unterstützen, Bündnismitglied zu werden, teilte der finnische Präsident Sauli Niinistö am Dienstag mit. Ein entsprechendes Memorandum sei nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterzeichnet worden.