Sozialleistungen 2018 stabil - Alte mehr, Arbeitslose weniger


News Redaktion
Schweiz / 02.07.20 13:24

Aktuell dürfte es ziemlich anders sein, aber 2018 waren die Ausgaben für Sozialleistungen ungefähr gleich wie im Jahr davor. Im Bereich Alter wurde mehr ausgegeben, dafür war die Arbeitslosigkeit wegen der relativ guten Konjunkturlage tiefer.

Hier freut sich jemand auf die AHV. Weil immer mehr Schweizer in diese Lage kommen, müssten die Ausgaben für Sozialleistungen eigentlich steigen. Dass das 2018 noch nicht der Fall war, lag an den tiefen Arbeitslosenzahlen. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/STEFFEN SCHMIDT)
Hier freut sich jemand auf die AHV. Weil immer mehr Schweizer in diese Lage kommen, müssten die Ausgaben für Sozialleistungen eigentlich steigen. Dass das 2018 noch nicht der Fall war, lag an den tiefen Arbeitslosenzahlen. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/STEFFEN SCHMIDT)

20795 Franken kosteten die Sozialleistungen die Wohnbevölkerung pro Kopf und Jahr. Das war ein bisschen weniger als 2017 und ein bisschen mehr als 2016. 1990 schlugen die Sozialleistungen erst um etwa halb so viel zu Buche. Seit damals stieg der Prozentsatz der Sozialleistungen am Bruttoinlandprodukt (BIP) von 15,6 auf 25,7 Prozent. In den letzten Jahren hatte er sich auf 25-26 Prozent eingependelt.

In anderen mitteleuropäischen Länder wurden die Einzelnen zwar geringer belastet - beispielsweise mit 20054 Franken in Deutschland, 18611 Franken in Schweden oder 14710 in Italien - aber der Anteil am BIP war in fast allen diesen Ländern höher als in der Schweiz. Am höchsten war er in Frankreich, wo 31,7 Prozent des BIP für Sozialleistungen aufgewendet wurde.

In den süd- und osteuropäischen Ländern, die in der Regel ein schwächeres System der sozialen Sicherheit haben, lagen die Sozialausgaben gemessen am BIP bis zu 10 Prozentpunkte tiefer als in Mitteleuropa, wie Zahlen des Europäischen Statistischen Amts Eurostat (2017) belegen.

In allen Ländern machten Leistungen für Alter und Gesundheit den Hauptharst aus. In der Schweiz schluckte die AHV etwa ein Viertel der Sozialausgaben, gefolgt von der beruflichen Vorsorge mit über einem Fünftel. Ein knappes Sechstel verschlang die Krankenversicherung, danach folgte lange nichts.

Die öffentliche Finanzierung des Gesundheitssystems (Spitäler) nahm mit 7,4 Prozent Rang vier der Ausgaben-Hitparade ein, gefolgt von der obligatorischen Unfallversicherung und den Familienzulagen mit je 3,4 Prozent. Erst dahinter kam die Arbeitslosenversicherung mit 3,2 Prozent.

In der Schweiz stiegen die Sozialleistungen im Bereich Alter 2018 um 1,3 Milliarden Franken - vor allem, weil es mehr Bezüger gab. Obwohl die Arbeitslosigkeit ein vergleichsweise schmales Ausgabensegment bildet, konnten dort 0,7 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahr gespart werden. Das kompensierte die Mehrkosten für das Alter beinahe.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Chinesischer Google-Konkurrent Baidu enttäuscht mit Prognose
Wirtschaft

Chinesischer Google-Konkurrent Baidu enttäuscht mit Prognose

Der chinesische Google-Konkurrent Baidu hat die Märkte mit seiner Prognose für das dritte Quartal enttäuscht. Die Firma aktualisierte ihren Geschäftsausblick in der Nacht auf Freitag.

Djokovic nimmt am US Open teil
Sport

Djokovic nimmt am US Open teil

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic bestätigt auf Instagram seine Teilnahme am US Open (ab 31. August).

EDA kümmert sich um Schweizer Verhafteten in Minsk
Schweiz

EDA kümmert sich um Schweizer Verhafteten in Minsk

In der weissrussischen Hauptstadt Minsk ist ein 21-jähriger Walliser im Umfeld der Proteste gegen Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl verhaftet worden. Das Aussendepartement (EDA) in Bern verfolgt den Fall nach eigenen Angaben "mit hoher Dringlichkeit".

Unterführung beim Basler Bahnhof SBB wird wieder geöffnet
Wirtschaft

Unterführung beim Basler Bahnhof SBB wird wieder geöffnet

Um die überfüllte Passerelle beim Basler Bahnhof SBB zu entlasten, werden die SBB am Freitag die alte Unterführung zu den Bahngleisen wieder in Betrieb nehmen. Sie soll Bahnpendlern zu den Hauptverkehrszeiten als Ausgang aus dem Bahnhof dienen.