SPD macht deutschen Vizekanzler Scholz zum Kanzlerkandidaten


News Redaktion
International / 10.08.20 11:24

Rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Deutschland wollen die Sozialdemokraten Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. "Olaf hat den Kanzler-Wumms", schrieben die SPD-Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Montag auf Twitter.

ARCHIV - Olaf Scholz, stellvertretender Vorsitzender der SPD und Bundesminister der Finanzen, spricht beim SPD-Bundesparteitag. Die SPD will Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. Foto: Kay Nietfeld/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Kay Nietfeld)
ARCHIV - Olaf Scholz, stellvertretender Vorsitzender der SPD und Bundesminister der Finanzen, spricht beim SPD-Bundesparteitag. Die SPD will Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. Foto: Kay Nietfeld/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Kay Nietfeld)

Scholz selbst erklärte, er freue sich auf einen tollen, fairen und erfolgreichen Wahlkampf in einem starken Team. Präsidium und Vorstand hätten ihn einstimmig nominiert.

Die Personalie war lange vermutet worden, galt in der Partei aber zugleich als extrem umstritten. Wir wissen, dass diese Entscheidung für einige eine unerwartete Wendung darstellt, erklärten die Parteichefs daher. Wir bitten um Vertrauen in unseren Weg. Wir sind entschieden, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Esken und Walter-Borjans galten lange als Gegner von Scholz, setzten sich im vergangenen Jahr bei der Wahl des Parteivorsitzenden auch gegen ihn durch. Seitdem habe es einen engen Schulterschluss und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Parteispitze, Fraktionsführung und den sozialdemokratischen Ministern gegeben, erklärten die Parteichefs.

In dieser engen Zusammenarbeit haben wir Olaf Scholz als einen verlässlichen und am Team orientierten Partner erlebt, der für sozialdemokratische Politik für dieses Land kämpfen kann und will und der mit uns die Vision einer gerechten Gesellschaft teilt.

Scholz ist bei der Bevölkerung Umfragen zufolge der beliebteste SPD-Politiker und hatte sich in der Corona-Krise mit beherztem Handeln und dem Schnüren milliardenschwerer Hilfspakete profiliert. In der SPD selbst ist er allerdings umstritten - vor allem beim linken Flügel. Zuletzt hatten sich vor allem Mitglieder der Bundestagsfraktion und andere SPD-Minister für ihn als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.

(sda)


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