Spital in Sarnen braucht etwas weniger Geld vom Kanton


Roman Spirig
Regional / 01.12.22 11:40

Der Kanton Obwalden kommt im kommenden Jahr für über 8 Millionen Franken auf, die das Kantonsspital in Sarnen nicht über den Betrieb finanzieren kann. Das Parlament hat in seiner Sitzung vom Donnerstag den entsprechenden Spitalkredit 2023 genehmigt.

Spital in Sarnen braucht etwas weniger Geld vom Kanton (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Spital in Sarnen braucht etwas weniger Geld vom Kanton (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Mit 50 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung sprach sich der Kantonsrat für den leistungsbezogenen Kredit in der Höhe von knapp 8,3 Millionen Franken aus. Der Betrag liegt damit 300'000 Franken unter dem letztjährigen Kredit. Das Spital verzeichnete zuletzt etwas mehr Patientinnen und Patienten.

Der Kantonsbeitrag ist zweigeteilt. Knapp 2 Millionen Franken sind eingesetzt für die Aufrechterhaltung des Spitals aus regionalpolitischen Gründen. 6,3 Millionen Franken entfallen auf gemeinwirtschaftliche Leistungen wie nicht gedeckte Kosten der ambulanten Behandlungen, Rettungsdienst oder universitäre Lehre und Forschung.

Anders als in den letzten Jahren sorgten die Kosten für das Spital im Parlament für wenig Diskussionen. Dies dürfte zwei Gründe gehabt haben. Zum einen entschied der Regierungsrat unlängst, den Leistungsauftrag für das Spital für fünf Jahre unverändert zu lassen und in dieser Zeit einen Anschluss des Spitals an das Luzerner Kantonsspital aufzugleisen.

Zum anderen befand sich das Kantonsspital in Sarnen zuletzt leicht im Aufwind. Kantonsrat Remo Fanger (SVP) fand es "sehr, sehr erfreulich", dass die stationären Behandlungen um fünf Prozent gestiegen seien. Vielleicht sei das ja eine Trendwende sagte Fanger, der in den vergangenen Jahren nicht müde wurde, Obwaldnerinnen und Obwaldner aufzurufen, sich im "eigenen" Spital behandeln zu lassen.

Der Kantonsbeitrag sei der tiefste der letzten fünf Jahre, das Spital habe an Effizienz gewonnen, sagte Marcel Jöri (CVP), Präsident der Spitalkommission. Seine Behörde habe zudem festgestellt, dass zuletzt das Vertrauensverhältnis zwischen der Spitalleitung und der Regierung gefestigt worden sei.

Wieso der Entscheid für einen Anschluss Obwaldens an den Spitalverbund nicht bereits vor mehreren Jahren angegangen worden sei, sei ihm "eines der grösseren Rätsel", sagte Peter Lötscher (SP). Man habe damit Zeit verloren.

Finanzdirektorin Cornelia Kaufmann (CVP) sagte, das Spital sei im Jahr 2022 gut unterwegs. Für 2023 ist eine Lohnerhöhung von 1 Prozent für das Spitalpersonal vorgesehen. Die Regierung gehe davon aus, dass die Lohnerhöhung höher ausfallen werde. Dies beschliesse aber nicht der Kantonsrat, sondern das Spital, sagte Kaufmann.

(sda)


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