Spitalpersonal in St. Gallen soll Corona-App auf Arbeit ausschalten


News Redaktion
Schweiz / 08.07.20 11:28

Das St. Galler Kantonsspital empfiehlt seinem Personal die Corona-Warn-App des Bundes für die Dauer der Arbeit auszuschalten. Die Klinik befürchtet zu viele Fehlalarme und damit verbundene Absenzen beim Personal. National existiert bislang keine solche Empfehlung.

Einfahrt zur Notfall-Aufnahme am Kantonsspital St. Gallen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Einfahrt zur Notfall-Aufnahme am Kantonsspital St. Gallen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Zur Vermeidung von Fehlalarmierungen rate die Spitalleitung, während der Arbeit im Spital auf die Aktivierung der Swiss-Covid-App zu verzichten, sagte ein Spitalsprecher dem Radiosender FM1Today am Mittwoch. Die Empfehlung gelte nur für das Personal, nicht aber für Besucherinnen und Besucher. Das Spital begrüsse es, wenn möglichst viele Mitarbeitende die App im privaten Alltag nutzen würden.

Das Spital befürchtet den Angaben zufolge, dass das Pflegepersonal unnötigerweise in Quarantäne geschickt oder getestet wird. Die Corona-Warn-App gibt nicht an, wann und wo man sich in unmittelbarer Nähe zu einem Infizierten aufgehalten hat. Das Pflegepersonal ist im Umgang mit Infizierten geschult und gilt deshalb während der Arbeit als geschützt.

Das Kantonsspital St. Gallen ist bislang die erste bekannte Klinik, die eine solche Empfehlung erlassen hat. Eine nationale Richtlinie existiert nicht. Dem nationalen Spitzenverband der öffentlichen und privaten Schweizer Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen H+ sind keine weiteren Fälle bekannt, wie ein Verbandssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Es liege in der Kompetenz der einzelnen Institutionen, allenfalls solche Regeln zu erlassen.

(sda)


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