SP-Parteirat verzichtet auf namentliche Empfehlung für Zweierticket


News Redaktion
Schweiz / 25.11.22 20:03

Der SP-Parteirat hat sich am Freitagabend nicht auf die Äste hinausgelassen. Ein Dreierticket für die Sommaruga-Ersatzwahl lehnte er ab, ebenso eine namentliche Empfehlung von zwei Kandidatinnen für das Zweierticket. Die Fraktion entscheidet am Samstag.

Keine Namensempfehlung des SP-Parteirates fürs Zweierticket: Die Bundesratskandidatinnen Eva Herzog (links), Elisabeth Baume-Schneider (rechts), und Evi Allemann (Mitte), diskutieren vor dem Hearing beim SP-Parteirat in Bern. (FOTO: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
Keine Namensempfehlung des SP-Parteirates fürs Zweierticket: Die Bundesratskandidatinnen Eva Herzog (links), Elisabeth Baume-Schneider (rechts), und Evi Allemann (Mitte), diskutieren vor dem Hearing beim SP-Parteirat in Bern. (FOTO: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Nach der Anhörung von Evi Allemann, Elisabeth Baume-Schneider und Eva Herzog hielten die Delegierten des Parteirates in ihrer Empfehlung zuhanden der SP-Bundeshausfraktion fest, alle drei Kandidatinnen seien ausgezeichnet qualifiziert, um auf dem Zweierticket zu stehen, wie die Partei am Freitagabend mitteilte.

Der Parteirat lehnte es gemäss den Angaben aber mit 45 zu 3 Stimmen klar ab, der Fraktion zum empfehlen, der Bundesversammlung am 7. Dezember ein Dreierticket zu unterbreiten. Knapper wurde es beim Antrag, der SP-Bundeshausfraktion zwei Kandidatinnen namentlich zur Wahl für das Zweierticket zu empfehlen. Der Verzicht auf die Namensempfehlung kam lediglich mit 28 zu 22 Stimmen zustande.

Nachdem der Parteirat das Vorschlagsrecht nicht ausgereizt hat, liegt nun die gesamte Entscheidungslast bei der SP-Bundeshausfraktion. Diese trifft sich am Samstagnachmittag, um das Wahlticket definitiv festzulegen.

Zur Auswahl stehen die Berner Regierungsrätin und frühere Nationalrätin Evi Allemann, die jurassische Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider und die Baselstädter Ständerätin Eva Herzog. Letztere war schon vor zwölf Jahren als Bundesratskandidatin angetreten, unterlag damals aber in der parteiinternen Nomination gegen Sommaruga.

Nach Einschätzung von Politologen haben auch Evi Allemann und Elisabeth Baume-Schneider das Format für eine Bundesrätin. Nach dem sehr offenen Vorschlag des SP-Parteirats vom Freitag haben beide ebenfalls nach wie vor die Chance, es auf das Ticket zu schaffen.

Die Mehrheit der SP-Fraktion wünschte sich vor Wochenfrist für die Ersatzwahlen vom 7. Dezember zuhanden der Vereinigten Bundesversammlung ein weibliches Zweierticket. Der ebenfalls interessierte Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch fiel bereits damals ausser Rang und Traktanden. Interessant wird allenfalls sein, ob die Fraktion am Samstag allenfalls auf ihren Entscheid für eine Zweierticket noch einmal zurückkommt.

Bei der SVP steht das Zweierticket für die Nachfolge von Bundesrat Ueli Maurer bereits fest. Dessen Nachfolger wird entweder Albert Rösti oder Hans-Ueli Vogt heissen. Während es der Berner Nationalrat Rösti am 18. November in seiner Fraktion bereits im ersten Umgang auf das Ticket schaffte, gelang dies dem Zürcher alt Nationalrat Vogt erst im vierten Anlauf, mit lediglich einer Stimme Vorsprung auf den Berner Ständerat Werner Salzmann.

(sda)


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