St. Galler Festspiele gehen mit Purcells "Fairy Queen" in die Berge


News Redaktion
Schweiz / 02.12.22 11:00

Die St. Galler Festspiele bringen im Sommer 2024 auf dem Tannenboden in Flumserberg die Oper "The Fairy Queen" von Henry Purcell auf die Bühne. Danach sollen die Freilicht-Opern - als Herzstück der Festspiele - im Zwei-Jahres-Turnus in St. Gallen und Flumserberg aufgeführt werden.

Vor dieser Bergkulisse in der Naturarena Tannenboden in Flumserberg zeigen die St. Galler Festspiele im Sommer 2024 die Freilicht-Oper
Vor dieser Bergkulisse in der Naturarena Tannenboden in Flumserberg zeigen die St. Galler Festspiele im Sommer 2024 die Freilicht-Oper "The Fairy Queen" von Henry Purcell. (FOTO: St. Galler Festspiele)

Die Festspiele informierten am Freitag in Flumserberg über das neue Konzept. Dieses schaffe "mit dem Schwerpunkt Kunst und Natur einen spannenden Gegenpol zur sakralen und urbanen Atmosphäre im St. Galler Stiftsbezirk", hiess es. Als "Theater" dient die auf 1400 Metern über Meer gelegene Naturarena Tannenboden.

Regie führt bei "The Fairy Queen" die Österreicherin Anna Bernreitner, die sich als Expertin für ungewöhnliche Opernereignisse einen Namen gemacht hat. Purcells barocke romantische Verwechslungskomödie basiert auf William Shakespeares "Sommernachtstraum" und spielt in einem verzauberten Wald.

"Inmitten der alpinen Flora auf dem Flumserberg überlagern sich dadurch fiktive Handlung und realer Schauplatz zu einem Natur- und Kulturerlebnis", schreiben die Festspiele. Während im St. Galler Stiftsbezirk Opern gespielt werden, die zur sakralen Umgebung passen, prägt auf dem Flumserberg die Landschaft zwischen Walensee und Sardona-Gebirge die Programmierung.

Der Spielort auf dem Tannenboden ist mit dem öffentlichen und privaten Verkehr gut erreichbar und bietet mit Restaurants und Hotels die notwendige Infrastruktur für einen Anlass dieser Grössenordnung. In den Ticketkosten ist ein Umweltbeitrag enthalten, der vorwiegend lokalen Umweltschutzprojekten zugute kommt.

Die Festspiele in Flumserberg sollen einerseits das klassische Opernpublikum ansprechen, anderseits auch Ausflugstouristinnen und -touristen, die ein erweitertes Naturerlebnis suchen. Die Veranstalter hoffen damit "auch ein noch nicht explizit opernaffines Publikum über die Natur für die Kultur zu begeistern".

Ab 2024 soll neu auch die Sparte Schauspiel an den Festspielen beteiligt sein. Das Rahmenprogramm mit Tanz, Konzerten und Schauspiel findet allerdings vorwiegend in der Stadt St. Gallen statt.

Die St. Galler Festspiele gibt es seit 2006. Bisher wurde jeden Sommer auf der Freilichtbühne im Klosterhof, im Herzen der Altstadt eine Rarität aus dem Opernrepertoire gespielt. Im Juni 2023 zeigen die Festspiele in St. Gallen "Andrea Chénier" von Umberto Giordano.

Im Sommer 2021 entschied die St. Galler Regierung, dass die Festspiele ab 2023 nur noch jedes zweite Jahr auf dem Klosterplatz in St. Gallen stattfinden dürfen. Die Festspiele suchten deshalb einen zweiten Standort, um die Freilichtopern im Wechsel mit St. Gallen auf die Bühne zu bringen.

Interesse zeigte auch die Stadt Wil. Die IG Kultur Wil wandte sich an den Kanton und schlug Wil als zweiten Austragungsort vor. Die Festspiele gingen darauf aber nicht ein. Weil ein Brief an die IG Kultur Wil wegen einer Adressänderung nicht zu gestellt wurde, erfuhr die IG Kultur erst spät von den Plänen in Flumserberg.

Wegen dieser Kommunikationspanne reagierte die IG Kultur Wil am Mittwoch empört auf den "Affront" aus St. Gallen, relativierte aber später die Kritik. Die St. Galler Festspiele wiesen in einem Communiqué die Behauptung zurück, man habe Wil übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt.

(sda)


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