Stadt Kriens rechnet trotz Steuererhöhung mit Defizit


Roman Spirig
Regional / 25.09.20 15:46

Die Stadt Kriens budgetiert für das kommende Jahr ein Defizit. Um die Schulden abzubauen, die in den vergangenen Jahren angehäuft wurden, schlägt der Stadtrat eine Steuererhöhung vor und will weniger investieren.

Stadt Kriens rechnet trotz Steuererhöhung mit Defizit (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Stadt Kriens rechnet trotz Steuererhöhung mit Defizit (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Das Budget 2021 sieht bei einem Aufwand von 208 Millionen Franken ein Minus von knapp 800000 Franken vor, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Die Sparanstrengungen und Effizienzsteigerungen im Umfang von 4,7 Millionen Franken, die die Stadt im Frühling 2019 initiiert hatte, seien im Budget verpufft wegen höherer Ausgaben, auf die die Stadt keinen Einfluss habe, etwa im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen.

Aus aktuellem Anlass korrigierte der Stadtrat die erwarteten Steuererträge um 6,7 Millionen Franken nach unten. Sie liegen bei 89,5 Millionen Franken und wachsen deutlich weniger schnell, als es Kriens aufgrund des Wohnungsbaus erwartet hatte.

Um zu verhindern, dass sich spätere Generationen mit der in letzten Jahren angehäuften Schuldenlast quälen müssen, beantragt die Regierung dem Parlament, den Steuerfuss von 1,9 auf 2,0 Einheiten zu erhöhen.

Zudem tritt der Stadtrat spürbar auf die Investitionsbremse. Das Budget 2021 sieht Nettoinvestitionen von 8,1 Millionen Franken vor. Im Schnitt der fünf Vorjahre hatten diese jeweils 25 Millionen Franken betragen.

Bei einer allfälligen Steuererhöhung hat das Stimmvolk das letzte Wort. Das Budget sowie der Aufgaben- und Finanzplan werden an der November-Sitzung im Krienser Einwohnerrat behandelt.

(sda)


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