Stadt Luzern soll Betreuungsangebot an Schulen weiterentwickeln


News Redaktion
Regional / 09.11.20 09:54

In der Stadt Luzern ist die Nachfrage nach Betreuung an zahlreichen Schulen grösser als das Angebot. Eine externe Evaluation zeigt, dass die Nachfrage bei tieferen Preisen oder sicherer und besser erreichbaren Betreuungsstandorten sogar noch höher wäre. Im Bericht wird deshalb empfohlen, das additive Tagesschulmodell weiterzuentwickeln.

Betreuung über die Mittagszeit: In der Stadt Luzern ist die Nachfrage grösser als das Angebot. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Betreuung über die Mittagszeit: In der Stadt Luzern ist die Nachfrage grösser als das Angebot. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

So sehe die Stadt vor, im Rahmen des Projekts Schule Plus zu prüfen, ob ein Pilotprojekt mit einem gebundenen Tagesschulmodell durchgeführt werden solle, teilte der Luzerner Stadtrat am Montag mit.

Ziel der Befragung war es, herauszufinden, wie zufrieden die Eltern und die schulischen Akteure mit dem aktuellen Betreuungsangebot sind, wie sich die Nachfrage entwickeln wird und wie sich das so genannte additive Tagesschulangebot entwickeln soll.

Heute können in Luzern Eltern von Kindergarten- und Primarschulkindern bei Bedarf bei der Volksschule der Stadt Luzern die drei Betreuungselemente Morgen-, Mittags- und Nachmittagsbetreuung auswählen. Sie bezahlen dafür einen einkommensabhängigen Tarif.

Dass die Nachfrage in der Stadt Luzern derzeit grösser ist als das Angebot, äussert sich in Wartelisten. Diese aber zeigten nur einen Teil des Nachfragepotentials, hält der Stadtrat fest.

Denn die Evaluation kommt zum Ergebnis, dass rund 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler Betreuung beanspruchen möchten, während zum Zeitpunkt der Befragung 36 Prozent das Angebot nutzten.

Bei tieferen Preisen oder sicherer und besser erreichbaren Betreuungsstandorten wäre die Nachfrage nochmals deutlich höher. Und künftig könnte die Nachfrage noch weiter anwachsen, wie die Ergebnisse der Befragung von Eltern von Vorschulkindern zeigt: 70 Prozent von ihnen geben an, das Betreuungsangebot dereinst nutzen zu wollen. Ein Ausbaubedarf zeigt sich auch bei der Ferienbetreuung.

Ginge es nach den Befragten, sollten die Räumlichkeiten, die Zuteilung der Personalressourcen, die Zuständigkeiten auf Ebene der einzelnen Schulen und die Gesamtsteuerung durch das Rektorat optimiert werden. Zudem bestehe bei der Zusammenarbeit zwischen Unterricht und Betreuung ein grosses Potenzial, heisst es weiter.

Die Befragung fand zwischen März und Juni online bei Eltern von Schulkindern statt, die aktuell die Betreuung nutzen (334 Teilnehmende; Rücklauf von 27 Prozent), bei Eltern von Schulkindern, die keine Betreuung nutzen (348 Teilnehmende, Rücklauf von 16 Prozent) und bei Eltern von Vorschulkindern (155 Teilnehmende, Rücklauf von 29 Prozent).

Zudem wurden auch Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern des Rektorats und der schulischen Dienste sowie Gespräche mit Schulleitungen, Betreuungsleitungen und Lehrpersonen geführt.

Insgesamt zeigte sich in den Befragungen eine hohe Zustimmung für das additive Tagesschulmodell der Stadt Luzern, hält der Stadtrat fest. Die grosse Stärke dieses Modells sei aus Sicht der befragten Eltern die Freiwilligkeit und die freie Wählbarkeit der einzelnen Betreuungselemente.

Vor allem Eltern von Vorschulkindern seien offen für neue Modelle mit so genannten gebundenen Formen, bei denen alle Kinder - vor allem über Mittag - in der Tagesschule betreut werden.

(sda)


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