Stadt Zürich übernimmt ÖV-Mehrkosten wegen Tempo 30


News Redaktion
Schweiz / 30.06.22 09:48

Tempo 30 bremst auf einzelnen Stadtzürcher Strecken den ÖV aus, etwa in Höngg. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) will für zusätzliche Verbindungen aber nicht aufkommen. Nun springt die Stadt ein, bis auf Weiteres zumindest.

Tempo 30 verlangsamt auf einigen Strecken auch den ÖV. Die Stadt Zürich will für die nötigen Zusatzverbindungen selber aufkommen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
Tempo 30 verlangsamt auf einigen Strecken auch den ÖV. Die Stadt Zürich will für die nötigen Zusatzverbindungen selber aufkommen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Die Stadt Zürich führt auf ihren Strassen in den kommenden Jahren weitgehend Tempo 30 ein. Dadurch wird jedoch nicht nur der Autoverkehr verlangsamt, auch der ÖV kommt weniger schnell voran.

Auf einzelnen Strecken werden zusätzliche Verbindungen nötig, um gleich viele Passagiere transportieren zu können. Es braucht also mehr Fahrzeuge und mehr Personal.

Der ZVV ist der Ansicht, dass die Stadt die Mehrkosten für diese Zusatzverbindungen andernorts einsparen soll. Mehr ausgeben, nur weil die Stadt Zürich Tempo 30 einführt, will der ZVV nicht.

Der Zürcher Stadtrat ist jedoch der Ansicht, dass der ZVV die zusätzlichen Verbindungen zahlen muss. Er legte deshalb Rekurs gegen den ZVV-Entscheid ein. Dieser ist aktuell beim Regierungsrat hängig.

Bis diese Frage geklärt ist, will nun die Stadt Zürich einspringen. Sie werde die Mehrkosten selber zahlen, wie diese am Donnerstag mitteilte. Sie werde eine entsprechende Verordnung schaffen, damit die Stadt die zusätzlichen Verbindungen bestellen und dann auch selber finanzieren könne.

Ein erster Fall von "ausgebremstem ÖV", der publik wurde, betrifft den Stadtteil Höngg. Zwischen der Rosengartenstrasse und der Haltestelle Schwert plant die Stadt Tempo 30. Damit werden die Buslinie 46 und das 13er-Tram länger für ihre Strecke benötigen.

Um den Takt dieser Linien aufrecht zu erhalten, brauchen diese mehr Fahrzeuge und mehr Personal. Gemäss Schätzungen der Stadt dürften diese Mehrkosten pro Jahr mehrere hunderttausend Franken betragen.

(sda)


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