Stadt Zürich weitet Tigermücken-Monitoring aus


News Redaktion
Schweiz / 20.05.22 13:47

Der Sommer kommt - und mit ihm möglicherweise auch wieder die Tigermücke. Um eine Wiederansiedlung zu verhindern, weitet die Stadt Zürich ihr Monitoring aus. Sie setzt dabei auf die Hilfe von Freiwilligen, die Wasserbehälter in ihrem Garten aufstellen.

Die Tigermücke kann Krankheiten übertragen. Sie soll sich hierzulande deshalb nicht ansiedeln können. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)
Die Tigermücke kann Krankheiten übertragen. Sie soll sich hierzulande deshalb nicht ansiedeln können. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)

Die Corona-Pandemie hatte immerhin den Vorteil, dass der Raum Zürich Tigermücken-frei wurde. Wegen der zusammengebrochenen Reisetätigkeit konnten diese Mücken nicht mehr als blinde Passagiere mit Cars und anderen Fahrzeugen nach Zürich reisen und sich hier ansiedeln.

Nun, mit der Rückkehr zum Normalzustand, gelte es zu verhindern, dass sich dieses invasive Insekt noch einmal ansiedeln könne, teilte die Stadt am Freitag mit. Bereits Anfang Mai startete die Stadt deshalb ihr Tigermücken-Monitoring.

Dieses Monitoring wird am Busbahnhof und in Zürich-Wollishofen fortgesetzt, wo sich die Mücke bereits einmal ansiedeln konnte. Für andere Stadtgebiete nutzt die Stadt ein Projekt der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

Bei dieser so genannten "Black Bucket Challenge" des WSL stellen Hobbyforschende kleine Wasserbehälter im Garten auf, um während drei Monaten herauszufinden, welche Insekten sich im Wasser ansiedeln. Die Zürcher Schädlingsprävention ergänzt diese Wasserbehälter nun um ein Holzstäbchen, an denen Tigermücken ihre Eier ablegen könnten.

Mit dieser "Zusatznutzung" des WSL-Insektenprojekts kann die Stadt ein viel grösseres Gebiet überwachen. Gabi Müller, Leiterin der Schädlingsprävention, warnt aber davor, ausserhalb des Forschungsprojektes Wasserbehälter aufzustellen.

"Bereits kleinste Mengen stehendes Wasser reichen gefässbrütenden Mücken und insbesondere Tigermücken als Brutstätten", wird sie in der Mitteilung zitiert. Deshalb bleibe die Mithilfe der Bevölkerung wichtig. Wer eine der schwarz-weiss gestreiften Mücken sieht, soll diese melden oder einsenden, am Besten über die App "Züri wie neu".

Erstmals breitgemacht hatte sich die Tigermücke 2018 in Wollishofen. Die Stadt beseitigte daraufhin systematisch mögliche Brutstätten. Mückenlarven in Schachtdeckeln und anderen stehenden Wasseransammlungen wurden zudem mit einem biologischen Mittel unschädlich gemacht.

In den Corona-Jahren 2020 und 2021 wurden dann keine Mücken mehr gefunden. An der Busstation beim Hauptbahnhof, wo die Fernreisebusse ankommen, wurden zwar einige Mücken gefunden. Sie konnten sich aber dank der Massnahmen nicht ansiedeln.

Die Tigermücke kann verschiedene Krankheiten übertragen, wobei die Gefahr dafür bisher gering ist. In der Schweiz gab es bislang keine Übertragung einer Krankheit von einer Tigermücke auf den Menschen.

Lästig sind die Viecher aber auf jeden Fall, denn im Gegensatz zu einheimischen Mücken stechen sie auch tagsüber und die Stiche sind schmerzhaft.

(sda)


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