Stadtluzerner Kinder und Jugendliche sollen ÖV-Gutscheine erhalten


Roman Spirig
Regional / 18.08.22 17:45

Die Stadt Luzern will es für Kinder und Jugendliche attraktiver machen, im ÖV zu fahren. Der Stadtrat schlägt als Antwort auf eine Forderung aus dem Kinderparlament vor, während einer Pilotphase den Sechs- bis Sechzehnjährigen Gutscheine von 300 Franken auszustellen.

Stadtluzerner Kinder und Jugendliche sollen ÖV-Gutscheine erhalten (Foto: KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI)
Stadtluzerner Kinder und Jugendliche sollen ÖV-Gutscheine erhalten (Foto: KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI)

Das Kinderparlament hatte 2020 einen Antrag gestellt auf eine günstigere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für Kinder und Jugendliche in der Zone 10. Die Zone umfasst das Stadtgebiet zwischen Horw, Meggen, Emmenbrücke und Kriens. Das Stadtparlament gab den Auftrag in Form eines Postulats an die Regierung weiter.

Diese will zwar keinen kostenlosen ÖV für die Jugend, ist aber bereit, ihnen das Bus- und Zugfahren zu vergünstigen, wie aus dem am Donnerstag präsentierten Vorschlag hervorgeht. Dienstleistungen sollen ihren Preis haben. Der Preis für den ÖV solle aber kein Grund sein, um auf Freizeitaktivitäten zu verzichten oder auf das "Elterntaxi" mit dem Auto angewiesen zu sein, hält der Stadtrat fest.

Kinder und Jugendliche von sechs bis sechzehn Jahren sollen in der Stadt Luzern Anrecht haben auf einen personalisierten und zweckgebundenen Gutschein im Wert von 300 Franken. Das ist laut der Regierung die Hälfte der Kosten eines Jahresabos für die Zone 10. Mit dem Gutschein können Monats-, Jahresabos, Mehrfahrtenkarten oder Multitageskarten in der Zone 10 erworben werden.

Die Stadt schätzt die Gesamtkosten für diese Massnahmen auf 1,7 Millionen Franken jährlich. Sie geht davon aus, dass 75 Prozent der Jugendlichen den Gutschein in Anspruch nehmen.

Laut einer Umfrage nutzen 75 Prozent der Stadtluzerner Kinder und Jugendlichen den ÖV mehr als einmal im Monat, 62 Prozent sind gar wöchentlich im ÖV unterwegs.

Der Stadtrat will die ÖV-Vergünstigung als dreijähriges Pilotprojekt lancieren. Grund dafür sei, dass die Berechnungen mit Unsicherheiten verbunden seien, heisst es im Antrag ans Parlament. Diesem beantragt die Regierung einen Sonderkredit von knapp 5 Millionen Franken für die Pilotphase. Die Umsetzung soll ab dem Schuljahr 2023/2024 erfolgen.

(sda)


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